Vor Ort · Freude beim Lobpreis kann man nicht nur mit Musik haben

Lobpreis löst einfach Freude aus

Jeder, der auch nur ein wenig mit charismatischen Bewegungen zu tun hat, würde der Aussage in der Überschrift wahrscheinlich zustimmen. Wenn wir gemeinsam Lieder singen, um unseren Gott zu loben, kommt die Freude definitiv nicht zu kurz. Aber warum ist das so? Liegt es nur an der Musik? Aber warum berühren mich dann auch weltliche Lieder? Steckt im Lobpreis vielleicht etwas, das über die Musik hinausgeht?

von Sara Guggemos · 29.07.2026

Junge Frau mit langen blonden Haaren in schwarzem T-Shirt und Armbändern mit einer Gitare beim Lobpreissingen vor einem Mikrofon in einer Kirche
Sara beim Lobpreis an Pfingsten in der Kirche St. Anton in Kempten. Bild: Pfingsten Kempten

Lange dachte ich, dass die Freude beim Lobpreissingen vor allem mit der Musik zu tun hat. Musik ist ein Schlüssel, der Bereiche in unseren Herzen öffnet, die sich kaum durch andere Dinge öffnen lassen. Aber dann habe ich begriffen, dass die dabei aufkommende Freude viel tiefer geht. Denn einer meiner schönsten Lobpreis-Momente hatte mit Musik überhaupt nichts zu tun.

Warum sollte ich Gott überhaupt loben?

Eine unserer elementaren Berufungen ist im Katechismus definiert: „Die Welt ist zur Ehre Gottes geschaffen“ (vgl. Katechismus der katholischen Kirche, Nummern 293-294). Wir sind also gemacht, um Gott unsere Ehre und unser Lob zu geben. In welcher Form auch immer. Sei es durch Gebete, durch Lieder, durch Jubelrufe oder einfach nur gedanklich.

Wenn wir ehrlich sind, ist das wohl auch das Einzige, was wir ihm geben können. Gott gibt mir alles: Bedingungslose Liebe, sein Leben in Jesus Christus, mein Leben. Und ich? Alles, was ich ihm geben kann, ist mein Lob. „But I’ve nothing else fit for a King except for a heart singing hallelujah“, heißt es im Lied „Gratitude“ von Brandon Lake.

Es macht mich so traurig, wenn ich mir diesen Satz aus dem Song bewusst mache. Ich habe nichts, was einem König würdig ist, außer ein Herz, das singt: „Hallelujahׅ“. Und gleichzeitig macht es mich so glücklich, weil ich genau diesen König trotzdem meinen Papa nennen darf. Was ein Privileg! Und dieser Papa freut sich soo sehr über mein singendes Herz.

Junge Frau mit langen blonden Haaren und nach oben gerichteten Kopf in Jeansjacke mit Gitarre beim Lobpreissingen in einer Kirche
Wir Menschen sind gemacht, um Gott unser Lob zu geben. Bild: Pfingsten Kempten

Warum löst ein Lobpreislied andere Freude aus als ein Chart-Hit?

Es überrascht also nicht, dass wir im Lobpreis so tiefe Freude verspüren. Kein Wunder, dass viele Leute in meinem Umfeld von diesen Momenten schwärmen und von besonderen Begegnungen mit Gott erzählen.

Wenn Musik also ein Schlüssel zu unserem Herzen ist und unser Mund dann noch Lobeshymnen über den krassesten Typen überhaupt singt (ich mein natürlich Gott, sorry für den Ausdruck, aber ich kann´s anders nicht beschreiben ;-)), wundert es mich nicht, dass das eine ganz besondere und nachhaltige Freude ist – nichts im Vergleich zur Freude bei einem guten Radiolied.

Ist der Lobpreis Gottes auch ganz ohne Musik möglich?

Derzeit darf ich eine Jüngerschaftsschule in Bregenz besuchen (große Empfehlung an dieser Stelle). Ein Satz, den ich dort beiläufig aufgeschnappt habe, lässt mich nicht mehr los: „Lobpreis ist auch, wenn wir uns mit anderen Christen über die Größe und die Stärke Gottes unterhalten.“ Zuerst war ich kurz stutzig, aber dann hab ich mich an ein Gespräch mit einem Mann erinnert, von dem ich lediglich wusste, dass er Christ ist.

Als wir nach kurzem Smalltalk auf das Thema kamen, was Gott in unseren Leben schon alles getan hat, sind wir aus dem Schwärmen über IHN gar nicht mehr rausgekommen. Wir erzählten uns, in welchen Momenten wir Gottes Führung erlebt haben, wie gut er es mit uns meint und wie viel Humor er hat. Wir haben kein einziges Lied gesungen und trotzdem hab ich gemerkt: Das ist Lobpreis. Denn Lobpreis bedeutet nicht in erster Linie Lieder zu singen, sondern entschieden unserer tiefsten Berufung nachzugehen und IHM die Ehre zu geben.

Mittlerweile ist „Gott“ zu meinem Lieblingsgesprächsthema geworden, wenn ich mich mit anderen Christen unterhalte. Denn wenn sich beide Gesprächspartner in voller Euphorie erzählen, wie gut Gott ist, wie er sich im eigenen Leben zeigt und wie perfekt er ist, dann richtet das unseren Blick automatisch auf die größte Freude in unserem Leben. Lass uns also ins Schwärmen kommen über unseren perfekten Papa im Himmel! Ich garantiere dir: Diese Art von Lobpreis schenkt eine Freude, die wirklich übernatürlich ist!

Junge Frau mit langen blonden Haaren in schwarzem Blazer mit Gitarre beim Lobpreissingen vor einem Mikrofon
Freude beim Lobpreis mit Musik. Bild: Pfingsten Kempten