Vor Ort · 3 Fragen an ...

Freunde auf dem Glaubensweg

Fabian Braun engagiert sich ehrenamtlich im Mitarbeiterkreis der Fachstelle Junge Erwachsene des Bistums Augsburg. Der 26-Jährige aus Wertingen im Landkreis Dillingen schätzt die Arbeit in der Fachstelle besonders, weil sie junge Menschen mit ähnlichen Themen und Fragen zusammenbringt und für diese Zielgruppe die Lücke zwischen Jugendarbeit und Ehe- und Familienpastoral schließt. Außerdem ist Fabian in der Dekanatsseelsorge der Katholischen Jugendstelle Augsburg tätig. Nach Theresa Wiest hat auch er sich unseren „3 Fragen an …“ zum Thema „Freundschaft“ gestellt.

von Jonathan Huber · 21.05.2021

Junger Mann im Gebirge
Foto: privat

Credo: Dein bester Freund bzw. deine beste Freundin – was zeichnet die aus?

Meine beste Freundin und mein bester Freund zeichnen sich für mich erstmal dadurch aus, dass ich mit ihnen über alles reden kann. Und natürlich auch im Gegenzug, dass sie bei mir immer ein offenes Ohr finden. Oft brauchen wir aber gar nicht viele Worte und verstehen trotzdem, wie es dem anderen geht oder was er gerade braucht.

Freundschaften sind ja nicht statisch, sie werden mal enger, mal lockerer, neue entstehen, manche verschwinden. Doch bei meinen guten oder sogar „besten“ Freunden schwingen da keine Zweifel mit. Selbst wenn wir uns längere Zeit nicht gesehen oder gesprochen haben – wir treffen uns und sind sofort wieder auf derselben Wellenlänge. Ich glaube, das ist dieser feine Unterschied, der die besten Freunde wirklich ausmacht.

Credo: Warum sind dir diese Freundschaften wichtig?

Freundschaften gründen sehr oft auf das, was wir gemeinsam erlebt haben. In Erinnerungen darüber zu schwelgen und immer wieder neue Erlebnisse zu schaffen, das sind für mich sehr wertvolle Zeiten. Freundschaften geben mir Halt. Ich weiß, dass da Menschen sind, denen ich vertrauen und auf die ich mich immer verlassen kann. Das bestärkt mich zum einen selbst in meinem Tun und schafft zum anderen unglaublich starke Verbindungen. Und diese Verbindungen überwinden auch alle räumlichen oder zeitlichen Entfernungen.

Credo: Was haben deine Freundschaften mit deinem Glauben zu tun?

Gott und Glaube spielen für meine Freundschaften eine zentrale Rolle. Viele meiner Freunde sind ebenfalls gläubig, einige habe ich sogar auf dem gemeinsamen Glaubensweg kennengelernt. Wenn es einem Freund oder einer Freundin schlecht geht, beten wir für- oder miteinander, in schweren Stunden entzünden wir eine Kerze für den Anderen und zu freudigen Ereignissen feiern wir gemeinsam Gottesdienst.

Auch in glaubens- bzw. kirchenfernen Freundeskreisen ist Gott immer mal wieder Thema. Selbst die Freunde, die überhaupt nicht gläubig sind, wissen, dass Gott und Glaube mir wichtig sind.

Jesus Christus kommt zu uns als Herr, Bruder und Freund – in ihm hat Gott uns wahre Freundschaft gezeigt. Letztlich glauben wir ja, dass Gott uns in unseren Mitmenschen begegnet. Und vor diesem Hintergrund, finde ich, können wir auch unsere Freunde sehen: Sie sind ein Geschenk Gottes – und andersherum vergessen wir nicht: Gott kommt immer wieder auch durch uns zu ihnen.