Vor Ort · Christliche Freude geht über den Tod hinaus
Freude bei Todesfall?
von Antonia Spörl · 24.06.2026
„Hey, wie geht’s dir?“ hat mich vor wenigen Wochen meine Nachbarin gefragt. „Voll gut“, war meine Antwort. Sie sah mich verdutzt und mit großen Augen an. Nein, das war keine Standardantwort, sondern es war wirklich so. Ja, mein Opa war drei Tage vorher überraschend gestorben, aber ich durfte trotzdem so eine Freude spüren.
Beerdigung = traurig?
Der Tod ist nicht das Ende, sondern wir werden wie Jesus auferstehen, dürfen wir Christen glauben. Danach geht das Leben erst so richtig los. Also wieso sollten wir traurig sein? Gute Frage, aber in der Realität sieht es auch als Christ oft anders aus. Ich war in meinem Leben als Ministrantin schon auf vielen Beerdigungen. Ich kann mich an keine Beerdigung erinnern, bei der ich Freude empfinden durfte. Teilweise kannte ich die Leute nicht, die zu ihrer letzten Ruhestätte auf Erden getragen wurden, und trotzdem hat mich deren Lebenslauf so berührt, dass ich traurig war. Doch bei Opa war es unerwartet etwas anders.
It’s party time!
Mein Opa hat jeden Tag für eine gute Sterbestunde gebetet, auch am Abend vor seinem Tod. Deshalb bin ich mir ziemlich sicher, dass er von Jesus mit weit geöffneten Armen im Himmel empfangen wurde. Diese Gewissheit gab mir und meiner Familie Halt und wir konnten uns freuen, dass er den irdischen Lebenslauf beendet hat und nun Teil der riesigen Party im Himmel sein darf. Als Christ glaube ich, dass der Tod der Übergang zum ewigen Leben und der Heimgang zu Gott ist.
Und nein, bloß weil ich so eine Freude spüren durfte, heißt das nicht, dass ich nicht geweint habe. Es ist nicht einfach, einen geliebten Menschen gehen zu lassen. Jesus verspricht: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben.“ (Joh 11,25-26). Dieser Bibelvers ziert das Sterbebild meines Opas. Jesus sagt diese Worte zu Marta, die Jesus vorwirft, dass Lazarus nicht gestorben wäre, wenn er da gewesen wäre. Ich habe mir auch kurz gedacht: „Hey Jesus, warum lässt du Opa gehen, obwohl ich mich nicht von ihm verabschieden konnte?“
In der Bibelstelle geht es weiter mit Jesu Frage an Marta und auch jeden von uns: „Glaubst du das?“ (Joh 11,26). Glaubst du, dass das Unmögliche möglich wird? Dass die Toten nicht im Grab auf dem Friedhof liegen bleiben, sondern weiterleben außerhalb dieser Erde? Glaubst du, dass der Zeitpunkt unseres Todes der richtige ist, auch wenn es für uns Menschen nicht danach aussieht?
Ich habe angefangen, ein Buch zu lesen, in dem es um Nahtoderfahrungen ging. Auch wenn du zweifelst, ob es nach diesem Leben weitergeht, lege ich dir ans Herz, dich mit diesem Thema zu beschäftigen. Dieses Buch hat mich überwältigt und darin bestätigt, dass Opa nicht tot im Grab liegt, sondern weiterlebt.
Gottes Timing ist perfekt
„Bedenke Mensch, dass du Staub bist und zum Staub zurückkehren wirst.“ Diese Worte spricht uns der Priester jedes Jahr am Aschermittwoch zu, doch manchmal nehmen wir sie nicht mehr so ernst. Auch wenn der Tod unerwartet kommt und wir es vielleicht nicht verstehen können: Gottes Timing ist genial, darauf dürfen wir vertrauen, weil Gott das große Gesamtbild im Blick hat – im Unterschied zu uns Menschen.
Im Nachhinein betrachtet, war es der von ihm perfekt geplante Zeitpunkt für die Heimkehr von Opa. Gott hat mich auf diesen Moment vorbereitet, auch wenn es mir nicht bewusst war: Wenige Tage zuvor hatte ich zum Beispiel mit einer Freundin genau über dieses Thema gesprochen und mir Gedanken darüber gemacht.
Ich habe das Kreuz, das Opa in seiner Wohnung hängen hatte, in meinem Zimmer angebracht. Es erinnert mich immer wieder an ihn und unseren gemeinsamen Erlöser Jesus Christus.