Thema · Straßenumfrage zum Thema Bekenntnis

Was stünde auf deinem Demo-Schild?

Mit der Frage „Was stünde auf deinem Demo-Schild?” sind Redakteur Samuel und Werkstudent Kirill losgezogen. Einmal in die Augsburger Innenstadt und später auf den Adoratio-Kongress in Altötting. Das Resultat in Form von zwei YouTube-Shorts bzw. Insta-Reels bilden den Auftakt zu unserem neuen Thema „Bekenntnis“.

von Raphael Schadt · 09.10.2025

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Straßenumfrage in der Augsburger Fußgängerzone

 

Wo tun Menschen kund, was sie für die Wahrheit halten? Wahrheiten, die zur Lösung aktueller gesellschaftlicher Fragen relevant sind? Oh, könnte politisch werden! Leute scheuen sich heute immer mehr, sich vor einer Kamera zu heißen Fragen zu äußern. Die Frage zu stellen „Wozu bekennst du dich?“, schien uns zu platt bzw. zu direkt. Auch wegen der religiösen Anklänge. Oder weil sie als Aufforderung, frivole „guilty pleasures“ zu bekennen, missverstanden werden könnte.

Ein früher Entwurf sah vor, Leute zu fragen, ob sie ihre Social-Media-Profilbilder schon mal mit den von Betreibern angebotenen Transparenten eingefärbt hatten, wie „Je suis Charly“ oder „Pray for XYZ“, Solidaritätsbekundungen in Nationalfarben der einen oder anderen Volksgruppe, Regenbogenfarben, um sich als Anhänger diverser Identitäten zu outen. Aber nur weil Leute das online hochhalten, bleibt unsicher, ob sie sich auch offline dazu bekennen. Außerdem wird es dann zu kompliziert und damit zu lange für die 20 Sekunden, die man Leuten bei Straßenumfragen abverlangen kann.

Wir entschieden uns für die Frage: „Was stünde auf deinem Demo-Schild”. Denn wofür man bereit ist, auf die Straße zu gehen, zeigt, woran man glaubt oder zumindest, was man aktuell für ein relevantes Problem hält. Und wofür man auf die Straße gehen würde, das kann man auch bei einer Straßenumfrage verraten.

In Augsburg bekannte sich ein junger Mann zu einer offeneren Migrationspolitik. Eine junge Dame sagte mit recht drastischen Worten, auf ihrem Schild würde sie den Beischlaf mit dem Patriarchat propagieren: „f***t das Patriarchat“ und identifizierte damit Sexismus als ein zentrales Übel. Ein anderer junger Mann rang sich durch zu einem unverfänglichen „Jeder soll machen, wie er will, solange er keinem anderen schadet” – keine besonders revolutionäre Forderung. Dicht gefolgt von einem fast verzagten „Habt euch mehr lieb!“ und abgerundet mit infantil-anarchistischen Schlaraffenland-Forderungen wie „Döner/Freibier für alle.“

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Straßenumfrage beim Adoratio-Kongress in Altötting

Im deutlichem Kontrast dazu äußerten sich die Besucher des Adoratio-Kongresses in Altötting, die zwar nicht immer scharfsinnigere aber doch wesentlich frömmere Transparente vorschlugen. Dort waren die Ideen für Transparente etwa schlicht „Liebe“, oder theozentrische Aussagen wie „Jesus liebt dich”, „Gott liebt dich”, „Jesus saves you” oder „Christ is King“. Zwei der Befragten bekannten sich mit ihren Aussagen als Lebensschützer: „Auf dem Mars wäre eine Zelle schon Leben” oder einfach „Pro Life!”.

Dann gab es wiederum weniger offensive Äußerungen, sondern eher um das gesellschaftliche Gemeinsame bemühte Parolen: „Frieden stiften!”, „Einander zuhören und miteinander reden” oder „Mehr Hoffnung”. Eine Kollegin von K-TV zitierte spontan aus dem Johannesevangelium und meinte: „Ganz klar: ‚Jesus ist der Weg die Wahrheit und das Leben‘.“

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