Thema · 3-Fragen zu "arm und reich" an Christina Karmann

„Gott versorgt – das habe ich erlebt!“

Christina Karmann (22) ist vor zwei Jahren für eine Jüngerschaftsschule nach Augsburg gezogen. Seitdem lebt sie hier, hat in der Basilika St. Ulrich und Afra eine Heimatpfarrei gefunden und leitet das Musikteam bei der HolyHour der Jugend 2000. Wie ihr das Vertrauen in Gottes Führung bei finanziellen Sorgen geholfen hat und hilft, verrät sie uns im 3-Fragen-an Format.

 

von Simone Zwikirsch · 20.10.2026

Christina beschäftigt das Thema "arm+reich" konkret im Alltag. Foto: privat.

Bist du eher ein reicher oder eher ein armer Mensch?

Sowohl als auch. Die Frage lautet nur: Woran? Wenn ich mir verschiedene Bereiche anschaue, in denen man arm oder reich sein kann, ist es vielleicht möglich beides zu sein? Zum Beispiel könnte ich nicht sagen, dass ich finanziell reich bin, denn es gibt immer reichere Leute wie mich und ich kann mir nicht jeden Traum so einfach erfüllen, den ich habe. Aber gleichzeitig kann ich doch einfach Geld in die Hand nehmen für Dinge, die mir Freude bereiten, und muss mir keine Sorgen um meine Existenz machen.

Im Glauben stelle ich etwas ähnliches fest. Es gibt Zeiten, in denen ich geistlich sehr arm dran bin und nur wenig Glauben habe und es gibt Zeiten, in denen mir absolut bewusst ist, wie reich ich von Gott gesegnet bin und seine Herrlichkeit spürbar ist.

Wie sieht für dich als junge christliche Frau ein verantwortungsvoller und gerechter Umgang mit Geld aus?

Ich bin zu einem hingebenden Leben berufen, weil Christus selbst bezeugt hat, dass die Liebe alles hingibt. Hingabe ist eine Antwort auf das, was Jesus getan hat, und das scheint mir gerecht. Gerade befinde ich mich in einem Prozess, in dem ich lerne, auch finanziell hingebungsvoll zu leben. Wir sollten nicht dem Geld dienen, sondern es soll uns dienen. Das bedeutet für mich, dass ich mit Geld wirtschaften und es verantwortungsbewusst verwalten soll.

Ebenso will ich Geld spenden, weil es für mich Befreiung und Hingabe bedeutet. Konkret gehe ich dabei so vor, dass ich erstmal Gott frage, wohin ich mein Geld geben soll und schaue, wo ich zum Wachstum vom Reich Gottes beitragen kann. Und Gott liebt einen fröhlichen Geber (Vgl. 2 Kor 9,7)! Dabei ist nicht entscheidend, wie viel wir geben. Für mich ist es wichtig, aus freiem Herzen zu geben und der Zehnte ist eine gute Orientierung dabei.

Bei der GenZ ist das Thema Zukunftsangst sehr präsent. Alles wird teurer, Wohnraum kaum noch bezahlbar. Machst du dir Sorgen um deine finanzielle Sicherheit? Wenn ja, wie gehst du damit um? Wenn nein, was sind deine Tipps?

Ehrlich gesagt weiß ich nicht wie die Zukunft wird und ob ich beispielsweise eine sichere Rente haben werde. Auch kann mir niemand garantieren, dass ich niemals in eine finanzielle Not komme. In der Bergpredigt sagt Jesus, dass wir uns nicht von unseren Sorgen bestimmen lassen sollen. Gott hat unsere Zukunft in der Hand. Und damit verändert sich meine Zukunftsperspektive und mein Umgang mit Geld radikal. Unser Vater im Himmel weiß, was wir brauchen, und versorgt uns. Das ist kein frommer Wunsch von mir, es ist eine feste Zusage.

Ich habe das auch erlebt: Als ich überlegt habe, von zuhause auszuziehen und die Jüngerschaftsschule zu machen, kamen zuerst Sorgen um die Finanzierung des Jahres hoch. Auf einmal sind aber Leute auf mich zugekommen, die mich unterstützen wollten, nachdem ich ihnen von meinen Plänen erzählt habe. Sogar Fremde haben mir Geld gegeben, sodass ich das Jahr finanzieren konnte. Ich werde es diesen Leuten gleichtun. Nicht nur später mal, wenn ich mehr finanzielle Mittel zur Verfügung habe, sondern ich fange jetzt schon damit an, andere Menschen und Projekten finanziell zu unterstützen. Denn wer im Kleinen treu ist, kann auch im Großen treu sein.

Zum Schluss noch mein Tipp: Denk zuallererst daran, dass du einen Gott der Hoffnung hast. Die Sorgen dieser Welt und der trügerische Reichtum wollen den Glauben ersticken. Aber Gott ist größer und er macht uns reich.