Freude · 3-Fragen an Kay Donninger

Freude kann man kultivieren!

Kay Donninger ist Jura-Student und begeisterter Katholik. Er behauptet: „Freude kann man kultivieren“. Wie ihm sein Glaube an den „Gott der Freude“ dabei hilft, hat er uns im Credo 3-Fragen-Format erklärt.

von Samuel Bittner · 31.08.2026

Der Freude auf der Spur: Kay Donninger. Foto: privat.

Credo: Was hat dich letzte Woche am meisten gefreut?

Die vergangene Woche war für mich besonders anstrengend. Neben der letzten Klausur in diesem Semester, standen noch einige Schichten in der Arbeit und andere universitäre Pflichtveranstaltungen an. Als ich am Freitag mit allem fertig wurde, war ich sehr erleichtert.

So konnte ich dann auch am Sonntag die Heilige Messe mit meinen Brüdern und Schwestern in der Basilika St. Ulrich und Afra auf eine besondere Art und Weise erleben und im Hier und Jetzt bei Gott verweilen.

 Credo: Blickst du eher fröhlich oder Sorgenvoll in die Zukunft?

Ich ertappe mich täglich, wie ich mir Sorgen um die Zukunft mache. Ich sorge mich um mein Studium, meine Arbeit, meine Familie und Freunde. Um meine Sorgen und Ängste an Gott abzugeben und neu in der Freiheit der Kinder Gottes leben zu können, hilft es mir mich an Gottes Liebe zu erinnern.

Der Heilige Ignatius von Loyola sagte einmal: „Handle so, als ob alles von deiner Mühe abhinge, und vertraue so auf Gott, als ob alles von Ihm und nichts von deiner Mühe abhinge.“ Gott ermutigt uns, uns zu bemühen. Aber wo immer wir ein Ziel vor Augen haben, das wir verfolgen, sollen wir den Erfolg unserer Bemühungen ganz Gott anvertrauen.

So möchte ich versuchen noch fröhlicher in die Zukunft blicken, in der Gewissheit, dass Gott mich niemals verlassen wird.

Credo: Lässt sich Freude kultivieren? Und wenn ja: Hilft dir Gott und dein Glaube dabei?

Ich halte Freude auf jeden Fall für kultivierbar. Denn Freude ist eine Haltung bzw. die Entscheidung des Menschen eine bestimmte Perspektive einzunehmen. Statt zu grübeln können wir lernen die Welt mit anderen Augen zu sehen. Freude beginnt nicht im Außen, sondern im Innen. In jeder sanftmütigen Einstellung, Schönheit zu suchen, nach Trost zu verlangen, dankbar zu sein oder einfach das Hier und Jetzt anzunehmen, liegt eine Hingabe an die Freude selbst.

Gott selbst wünscht sich für alle seine Kinder die Freude. „Alle die den HERREN suchen, sollen sich von Herzen freuen“ heißt es in Psalm 105, 3. Auch der Katechismus beschreibt es sehr treffend: „Nur in Gott wird der Mensch die Wahrheit und das Glück finden, wonach er unablässig sucht“ (27 KKK).

Mir persönlich hilft mein Glaube ungemein diese Freude zu erleben. Wir alle sind seine geliebten Söhne und Töchter. Als sein geliebter Sohn mit ihm zu sprechen, ihn zu bitten und ihm zu danken führt mich tiefer in die Freude. Er selbst will, dass wir wie Kinder über ihn staunen und uns ihm ganz öffnen.

Mein guter Freund Jonas sagte einmal in einer Zeit großer Verzweiflung zu mir: „Wie kannst du nicht auf Gottes Liebe vertrauen? Jeden Stern im Himmel, selbst den kleinsten Lichtfleck am hintersten Rand des Universums hat Er erschaffen, damit du dich daran freuen kannst.“

Es macht mich glücklich bewusst eine Haltung der Freude einzunehmen im Vertrauen, dass der Gott aller sichtbaren und verborgenen Dinge den Himmel und die Erde in Bewegung setzen würde, um mir und allen seinen Kindern seine Freude an uns zu zeigen.