Freude · Isabel Felsinger über ihre Entscheidung sich katholisch taufen zu lassen
Taufe mit 16: „Ich bin ein fröhlicherer Mensch geworden“!
von Samuel Bittner · 13.10.2026
Isabel, welche Rolle hat der Glaube an Gott in deiner Kindheit und Jugend gespielt?
Isabel Felsinger: Meine Mutter ist orthodox. Sie wollte nicht, dass ich als Baby getauft werde, sondern dass ich später selbst entscheide. Als ich Kind war, ist sie mit mir immer zusammen in die Kirche gegangen. Für mich war Gott immer jemand, der für mich da war, besonders wenn es Probleme gab. Auch wenn ich nicht aktiv gebetet habe, konnte ich immer daran glauben.
Du hast als Teenie deinen Freund kennengelernt. Nach ungefähr einem Jahr habt ihr angefangen, euren Glauben intensiver zu praktizieren. Wie ist es dazu gekommen?
Isabel: Das ist Schritt für Schritt passiert. Mein Freund war als Kind katholisch getauft worden und ich wollte das auch. Wenn es herausfordernd war, sind wir in Kirchen gegangen und haben zusammen gebetet.
Für mich war es ein schwieriger Schritt, in der Kirche jemandem davon zu erzählen, dass ich mich taufen lassen möchte. Ich war 15 Jahre alt und wusste nicht, an wen ich mich wenden sollte. Schließlich sind wir in St. Ulrich und Afra zum Gottesdienst gegangen und haben auch mit dem Pfarrer gesprochen.
Deine Mutter ist orthodox. Warum wolltest du katholisch werden?
Isabel: Ich hatte keinen guten Bezug zur orthodoxen Kirche. Es gibt nur eine orthodoxe Kirche in Augsburg und für mich war es schwer, eine Verbindung zu den Menschen dort aufzubauen. Und ich muss auch sagen, dass für mich die Beziehung zu Maria sehr wichtig ist. In der katholischen Kirche habe ich die Liebe zu Maria viel mehr erlebt und deswegen hat mich die katholische Kirche auch so angesprochen.
Wie hast du den Taufgottesdienst erlebt? Hattest du ein tiefes Gefühl von Freude oder von „Nach-Hause-Kommen“?
Isabel: Anfangs hatte ich tatsächlich ein bisschen Angst vor der Taufe, weil ich nicht wusste, wie es sein würde, als Jugendliche getauft zu werden. Als der Gottesdienst anfing und ich nach vorne gehen musste, war ich nervös, aber auch glücklich, weil alle meine Freunde, meine ganze Familie und auch die Menschen aus der Kirche, die für mich gebetet hatten, dabei waren. Ich war froh, allen zeigen zu können, dass ich gläubig bin und dass ich jetzt diesen Schritt gehe.
Was hat sich verändert, seit du getauft bist und deinen Glauben intensiver praktizierst? Hast du mehr Freude?
Isabel: Ich würde sagen, dass ich ein besserer und fröhlicherer Mensch geworden bin. Ich habe nicht mehr so viele schlechte Gedanken und fange an das Gute in Menschen zu sehen. Ich bin viel offener als vorher und spreche mehr mit anderen Menschen. Der Alpha-Kurs in der Taufvorbereitung in St. Ulrich und Afra hat mir insgesamt sehr geholfen. So habe ich auch vor kurzem vor einem Publikum von meinem Glauben erzählt.
Es ist einfach Gott, der mich unterstützt, den ich spüre und der in mir wirkt. Jesus ist ein guter Freund für mich. Ein sehr, sehr guter Freund, mit dem ich über alles reden kann. Er ist immer für mich da, hört mir zu und versteht mich wirklich. Ich strahle einfach diese Energie aus und das ist so toll!