Vor Ort · Credo on Tour im Allgäu

Auf der Fazenda da Esperanca

Credo on Tour und zu Besuch auf der Fazenda da Esperanca in Bickenried. Auf dem Hof der Hoffnung leben junge Menschen zusammen, um einen Weg aus Drogensucht und anderen Abhängigkeiten heraus zu finden. Die Fazenda baut dabei auf die drei Säulen tägliche Arbeit, gemeinschaftliches Leben und christliche Spiritualität aus dem Wort Gottes. Wir haben mit Luiz, dem Leiter von Bickenried, und Manuel, einem ehemaligen Bewohner, gesprochen und von ihren Erfahrungen und Hoffnungen gehört.

von Anna-Chiara Götz · 05.07.2022

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Credo bei der Fazenda da Esperanca

Insgesamt leben 15 Männer auf der Fazenda in Bickenried, acht von ihnen befinden sich dort in Therapie. Manche kommen auch nach ihrem Abschluss ihres Therapiejahres freiwillig wieder auf den Hof und bringen sich weiterhin in die Gemeinschaft ein. Wiederum andere leisten dort ein freiwilliges soziales Jahr.

Manuel hatte lange Jahre Drogenprobleme und mehrere erfolglose Therapien hinter sich. Sein Vater machte ihn auf das Konzept der Fazenda aufmerksam und ein unverbindlicher Besuch, bei dem Manuel sich den Hof ansehen konnte, überzeugte den ehemals Drogensüchtigen von dem Ansatz. Die Therapie auf der Fazenda dauert 12 Monate und mit dieser hat Manuel sein Leben wieder in den Griff bekommen. Hier hat sich seine letzte Hoffnung erfüllt, dass sein Leben noch gut werden kann. Dabei sieht er Hoffnung als Prozess, in welchem die Fazenda und seine „neue Familie”, die er hier gewonnen hat, eine große Rolle spielt.

Luiz Braz ist gebürtiger Brasilianer und Leiter der Fazenda da Esperanca in Bickenried, eine von sieben Fazendas in Deutschland. Er hat den Hof seit 2007 mit aufgebaut und entdeckt hier jeden Tag Hoffnung. Die Hoffnung ist für ihn auch immer mal wieder neu und zeigt sich mit neuen Gesichtern. Die Fazenda ist für ihn ein Kanal, der den Menschen hilft, Gott zu begegnen.
Hoffnung ist für Luiz konkret in den kleinen Taten und wird durch die Unterstützung vieler Leute und der Treue zum Evangelium groß. Das ist das Schöne an der Gemeinschaft, dass man gestützt wird und die Hoffnung dadurch Gesichter bekommt.

Eine vor kurzem durchgeführte Studie bescheinigt der Fazenda da Esperanca eine Erfolgsquote von 70 Prozent für ihr Therapiekonzept. Also 70 Prozent der Suchtkranken, die das Rekuperationsjahr auf einer der Fazendas absolviert haben, werden nicht rückfällig. Das gibt Luiz definitiv auch Hoffnung. Zum Vergleich: bei herkömmlichen Therapieansätzen liegt diese Quote bei circa fünf Prozent.

Für die Kirche hofft Luiz, dass sie zurück zu ihrem Ursprung, zu Christus, findet: „Jesus ist das Wichtigste”. In ihm manifestiert sich seine Hoffnung für die Kirche.

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