JUMP – love is taking over

Unter dem Motto „Shine bright – love is taking over“ findet vom 29. Juli bis zum 4. August dieses Jahres wieder das Jugend-Sommercamp JUMP in Maihingen bei Nördlingen statt. Veranstalter ist die Jugendarbeit der Charismatischen Erneuerung in der Katholischen Kirche (JCE). Raphael Schadt hat sich für credo-online mit den Organisatoren des JUMPs Eva Golla und Christoph Spörl unterhalten.

Frage: Wer kommt auf das JUMP-Festival, nur Fromme?

Eva: Zum JUMP-Festival kommen Jugendliche im Alter von 13 bis 20 Jahren, die Lust haben auf eine Woche Spaß und Action mit mehreren Hundert anderen Jugendlichen aus ganz Deutschland. Besonders am JUMP ist, dass wir uns gemeinsam auf die Suche machen nach Gott – einem Gott, der real und erfahrbar ist. Viele der Jugendlichen haben einen christlichen Background oder kommen aus Familien, die seit längerem mit der Arbeit der Charismatischen Erneuerung (CE) verbunden sind. Es kommen aber auch Jugendliche, die mit dem Glauben oder aber der CE bisher wenig Kontakt hatten.

Christoph: Zu unserer täglichen Frühmesse auf dem JUMP kommen auch Gläubige aus der Maihinger Ortsgemeinde. Was uns sehr freut ist, dass dieses Jahr auch einige Maihinger Jugendliche als Teilnehmer mit dabei sind. Sie schlagen ihr Zelt quasi neben ihrem Elternhaus auf. Zum JUMP-Eröffnungsgottesdienst kommt übrigens Weihbischof Florian Wörner als Hauptzelebrant.

Frage: Was werden die jungen Leute dort erleben?

Eva: Dass Christsein lebendig sein kann und mit ihnen persönlich etwas zu tun hat. Sie lernen andere junge Menschen aus ganz Deutschland kennen, die ihren Glauben echt und authentisch leben. Die Gemeinschaft auf dem JUMP ist etwas ganz Besonderes. Wir bekommen immer wieder das Feedback, dass das Miteinander auf dem JUMP total schön ist und die Jugendlichen das Gefühl haben, angenommen zu sein. Unser erster und wichtigster Wunsch ist aber, dass sie Gott erleben. Wenn das passiert, hat sich das JUMP mehr als nur gelohnt.

Christoph: Hier ein Zitat eines Teilnehmers: „Eskalation (so das Motto des vergangenen JUMPs) des Herzens! Ich durfte wieder einmal neu Gottes unendliche Liebe spüren und den Ruf, in seine Nachfolge zu gehen, stärken.“ Wir erleben immer wieder, dass junge Menschen sich auf dem JUMP entscheiden, ihr Leben mehr auf Gott auszurichten und Jesus neu oder mit größerer Ernsthaftigkeit nachzufolgen. Unser Anliegen ist, dass Jugendliche in ihrem Glauben nachhaltig gestärkt werden. Daher versuchen wir, die Jugendlichen auf dem JUMP mit Gebetsgruppen und Gebetsorten in ihren Herkunftsregionen in Kontakt zu bringen. Dieser Ort kann im Idealfall die eigene Pfarrgemeinde sein, wenn es dort Raum für Jugendliche gibt, ihren Glauben altersentsprechend zu leben.

Frage: Das JUMP gibt es seit über 20 Jahren. Was ist euer Erfolgsrezept?

Das Organisationsteam des JUMP-Festivals, links unten Eva Golla, darüber Carolin Böhret, links oben Katharina Droste, zugeschaltet Bernhard Bröde und rechts Christoph Spörl.

Eva: Eine unserer „Kernkompetenzen“ in der Jugendarbeit der CE ist z.B. der von einer Band begleitete Lobpreis. Das kommt bei den Jugendlichen auf dem JUMP mit am besten an. Beim Lobpreis singen wir Loblieder für Gott, die sprachlich dem näher stehen, wie Jugendliche selbst ihren Glauben ausdrücken würden. Die christliche Botschaft bleibt dabei die gleiche – unabhängig von ihrer Verpackung. Wenn ein „modernes“ Drumherum den Jugendlichen dabei hilft, Gott besser kennenzulernen ...

Frage: Also Lobpreis und Wasserschlachten?

Christoph: Ein typischer JUMP-Tag sieht etwa so aus: Er beginnt für die Jugendlichen mit der (freiwilligen) Frühmesse. Nach dem Frühstück folgt eine Gebetszeit mit Lehr-Vorträgen. Uns ist dabei wichtig, dass die – meist jugendlichen – Lehrenden theoretische Glaubensinhalte mit Selbsterlebtem, mit Zeugnissen anreichern. In Kleingruppen haben Teilnehmer anschließend die Gelegenheit, sich darüber auszutauschen, sich gegenseitig zu ermutigen oder auch kritische Fragen zu stellen.

Nachmittags ist Zeit für Geländespiele, Fußball oder für Workshops mit kreativen, sportlichen, geistlichen oder persönlichkeitsbildenden Inhalten. Abends wird das Tagesthema in einer Gebets- und Lobpreiszeit vertieft. Der Tag klingt danach beim entspannten Abhängen im „Teezelt“ aus. Tagsüber besteht durchgehend ein Angebot für Beicht- oder Seelsorgegespräche.

Frage: Wie kommen die Teenies zu Hause wieder an?

Eva: Jeder bringt so sein „Päckchen“ aus dem Alltag mit – sei es Stress in der Familie, Schule oder Fragen bezüglich der Zukunft in Ausbildung oder Studium. Das JUMP wird für viele zu einer Zeit des Auftankens. In der Gemeinschaft mit anderen und im Gebet erleben sie einen Gott, der sie liebt und annimmt. Gerade in der Teenager-Phase, wo sich viele Jugendliche die „Wer bin ich?“-Frage stellen, ist diese Erfahrung besonders wohltuend und wichtig. Wir erleben, dass viele Jugendliche das JUMP mit neuer Hoffnung und neuem Mut verlassen.

Kleingruppe auf dem Jumpfestival. Bild: JCE.

Frage: Viele Junge Menschen werden dort für Jesus und das Evangelium begeistert. Was bleibt von diesem Schwung?

Eva: „Wovon das Herz voll ist, davon spricht der Mund“ heißt es in Mt 12,34. Viele der Jugendlichen, die zum ersten Mal am JUMP teilnehmen, werden von älteren Geschwistern oder Freunden eingeladen. Wir freuen uns, wenn wir sehen, dass Jugendliche auf unseren Veranstaltungen vom Glauben begeistert werden und sie diese Begeisterung mit ihrer Familie, mit ihren Freunden oder auch in ihrer Pfarrgemeinde vor Ort teilen, in denen viele als Messdiener oder im Jugendchor engagiert sind. Immer wieder hören wir leider auch, dass Jugendliche sich in ihren Pfarrgemeinden alleine fühlen. Manchmal sind sie die einzigen jungen Menschen, die in ihrer Gemeinde noch regelmäßig Gottesdienste besuchen. Wir wollen mit unserer Arbeit dazu beitragen, dass viele Jugendliche den Glauben neu entdecken.