Be not afraid!

Unter dem Motto „Be not afraid!“ lädt die JUGEND 2000 auch in diesem Sommer wieder zum Internationalen Prayerfestival (IPF) vom 8. bis zum 12. August in Marienfried bei Neu-Ulm ein. Credo-online hat sich vorab mit den Organisatoren Doro Ludwig und Florian Schmutz unterhalten.

Frage: Für wen ist das IPF? Für Leute, die jung waren, als das Jahr 2000 noch in der Zukunft lag?

Florian: Ganz im Gegenteil, eher für die, die im Jahr 2000 geboren wurden oder gerade so auf der Welt waren. 

Doro: Das IPF ist für Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 16 und 35 Jahren gedacht. Da mittlerweile auch jüngere dazukommen, haben wir den Programmteil erweitert und auch für sie und Kinder Elemente (bzw. Extra-Zelte) in unser Programm aufgenommen, bei denen sie unter sich sein können. Unsere Altersgrenze nach oben, also 35, nehmen wir ziemlich ernst. Darüber darf man nur als Helfer oder Aufsichtsperson teilnehmen, damit es ein Jugendfestival bleibt.

Frage: Ist das IPF „Bestandskatholikenpflege“? Geschlossene Gesellschaft, von Frommen für Fromme?

Doro: Ha! Das könnte man vielleicht meinen … Geschlossene Gesellschaft sind wir sicher nicht. Man kann und darf jederzeit auch während der Festivaltage noch dazukommen, selbst ohne Anmeldung. Wobei sich anzumelden für die Essensplanung natürlich besser wäre. Es ist natürlich so, dass wir im katholischen Milieu leichter mit der Werbung vorankommen und es mehr Leute mitbekommen. Allerdings erfahren wir auch jedes Jahr, dass Leute dabei sind, die nicht aus dem aktuellen „Bestand“ kommen. Viele von ihnen werden von Freunden begeistert und mitgenommen. Abgesehen davon finde ich, dass man auch den „Bestand“ ruhig ein bisschen pflegen darf. Und nur weil ein junger Mensch scheinbar schon katholisch ist, heißt das nicht, dass er/sie Jesus auf dem IPF nicht ganz neu kennenlernen kann. Mich hätte man in meiner Jugend vermutlich auch zum Bestand gezählt, und trotzdem kann ich sagen, dass ich erst mit 23 so richtig gecheckt habe, worum es eigentlich geht.

Bild: Jugend 2000.

Frage: Bei weltlichen Festivals feiert die jeweilige Szene gewissermaßen sich selbst. Gibt es beim IPF über eine Identitätsstiftung hinaus ein weiteres Ziel?

Doro: Unser erstes Ziel ist es natürlich, die Teilnehmer zu Jesus zu führen. Das schönste für mich ist, wenn ich auf diversen christlichen Veranstaltungen Leute treffe, die ich auch beim IPF getroffen habe, die mir dort oft lange Zeit später noch davon erzählen, was sie mitgenommen haben und wie sich ihr Leben verändert hat.

Florian: Das Schöne ist, dass beim IPF nicht ein Star im Zentrum steht. Es geht nicht um eine Pop-Ikone. Der, um den sich beim IPF alles dreht, ist Jesus. Deswegen ist fast die ganze Zeit über die Eucharistie ausgesetzt. Insofern feiern wir auch nur ihn und was er Großes für uns tut!

Frage: Was wird es dieses Jahr an Rednern, Workshops, Herausforderungen geben?

Doro: Unsere Größte Herausforderung ist wie in jedem Jahr das Wetter (lacht). Aber wir haben beschlossen, dass es dieses Jahr gut wird. Und nach dem letztem Jahr wissen wir, dass schlechtes Wetter der Stimmung nicht schadet. Dieses Jahr kommen u.a. Pater Johannes Paul Chavanne OCist aus Heiligenkreuz und Father Bernard Murphy CFR. Bei den Workshops gibt es wie jedes Jahr eine gute Mischung: von Sport über Berufungsfragen bis hin zu Alltagsthemen ist alles mit dabei.

Frage: Wächst das IPF?

Doro: In den letzten Jahren war die Teilnehmerzahl relativ konstant. Ich denke, dass sie auch in diesem Jahr ähnlich konstant bleiben wird. Letztes Jahr konnten wir sehen, dass sehr viele zum ersten Mal dabei waren, und das ist letztlich auch unser Ziel.

Florian: Wenn es wächst, dann sicher auch durch die Mundpropaganda ehemaliger Teilnehmer. Begeisterte Jugendliche sind die beste Werbung.

Doro: Natürlich ist es schön, wenn die Teilnehmerzahl wächst, aber das muss man logistisch auch stemmen können. Ob es dieses Jahr wächst, werden wir erst im Nachhinein sehen.

Doro Ludwig mit ehrenamtlicher Mitarbeiterin bei der Organisation. Bild: Dominik Schmitt.

Frage: Was kommt vom IPF in den Pfarrgemeinden an?

Florian: Wie genau es bei Festivalbesuchern in ihrer Heimatumgebung weitergeht, können wir nicht umfassend beantworten. Von einigen wissen wir, dass Haus- oder Gebetskreise entstehen: Eine Sehnsucht ist entzündet, das Erlebte weiterzutragen und aufrechtzuerhalten. Dann ist es wunderbar zu lesen, wenn die Frage kommt: „Könnt ihr uns helfen?“ Vor Ort finden sie oftmals nicht, was sie suchen – die kirchliche Realität am Sonntag ist meist eine andere. Ich denke, Pfarreien können sich freuen, wenn ein jugendlicher Aufbruch beginnt. Dafür kann ich mir nur eine wohlwollende Begleitung wünschen – wissend, dass das viel Zeit und Kraft kosten kann.