Was ist meine Berufung?

Ein Berufungs-Wochenende mit Pater Karl Wallner speziell für junge Männer. 

Wer sich seiner Berufung noch nicht sicher ist oder sich auf die Suche danach begeben will, kann dies auf dem Berufungs-Wochenende vom 2. bis 4. März 2018 tun. Die Gebetsstätte Marienfried hat hierfür extra Pater Karl Wallner, Professor für Dogmatik und Dekan der Philosophisch-Theologischen Hochschule Heiligenkreuz als Referenten eingeladen. Credo-online durfte ihm zum Thema Berufung ein paar Fragen stellen. Mehr Informationen zum Berufungs-Wochenende. Ein Interview von Thomas Weifenbach.

Pater Karl Wallner

Frage: Wie kann ich in der heutigen Zeit, bei den vielen Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung zu meiner Berufung finden? 

Wallner: Es geht um die intensivste Form von Berufung: die Berufung in die Nachfolge Christi als Priester oder Ordensmann. Da es sich dabei um die Lebensform Christi handelt, muss man ihn dazu kennen. Wir lesen im Johannesevangelium, dass von Anfang an Menschen von Jesus fasziniert waren. Sie fragen ihn: „Meister, wo wohnst du?“ Jesus antwortet: „Komm und sieh“ (Joh 1,35–42). Daher braucht es Zeit, Gelassenheit und die persönliche Herzensnähe zu Jesus, um eine Berufung zu entdecken und annehmen zu können.

Frage: Hatten Sie bei Ihrer Berufungsfindung ein Aha-Erlebnis?

Wallner: Ja! Ich weiß noch genau den Ort, die Zeit und die Umstände, wo mir plötzlich schlagartig klar wurde, dass Gott mich als Priester wollte. Das war für mich sehr überraschend und hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen. Im Nachhinein habe ich dann aber auch klar gesehen, dass dieses Berufungserlebnis lange schon vorbereitet war und dass der Herr mich über Wege und Umwege zu diesem Punkt hingeführt hatte.

Frage: Woran erkennt man eine wahre Berufung?

Wallner: Bei mir war – und ist – das Gefühl so, als wäre ich aus einem Flugzeug ausgestiegen, ohne Fallschirm, aber im Bewusstsein, von Gottes Hand getragen zu werden. Es ist eine Mischung aus großer Freude und Ehrfurcht: „Der Herr will mich als Priester!“, zugleich ein Gefühl von großer Demut und sogar Furcht: „Werde ich das schaffen?“

Frage: Wie würden Sie das Berufsbild des Priesters definieren? Welche Erfahrungen haben Sie in der Begleitung ihrer 250 Priesterseminaristen gemacht?

Wallner: Zum Priester gehört ein großes apostolisches Wollen: Die Welt für die Liebe Christi erobern wollen. Das ist mehr, als wenn man selbst nur irgendwie zufrieden und glücklich im Glauben steht. Ein Priester muss die Mentalität der ersten Apostel haben, die ja Fischer waren. Fischer wollen volle Netze. Jesus will alle Menschen. Ein Priester muss Menschen für Christus gewinnen wollen. Ein Priester muss Apostel sein wollen, Apostel ist griechisch; auf Lateinisch heißt Apostel soviel wie Missionar! An der Hochschule Heiligenkreuz habe ich die Feststellung gemacht, dass diese Sehnsucht nach einem apostolischen Priestersein die Studenten durch alle Höhen und Tiefen des Studiums und des Reifungsprozesses gleichsam durchzieht. Da kommt dann groß die Gnade ins Spiel, denn wir werden ja nicht Priester aufgrund unseres eigenen Könnens, sondern weil die sakramentale Gnade in uns wirksam wird. Weil also Christus an uns und durch uns wirken möchte.

Frage: Das Berufungs-Wochenende im März richtet sich speziell an Männer. Welcher Typ Mann sollte das Wochenende unbedingt besuchen? 

Wallner: Jeder, der die Frage im Herzen trägt: Will Jesus vielleicht mehr von mir?

KW 08 #Hoffnung

1. Korinther 15,19

Wenn aber Christus nicht auferweckt worden ist, dann ist euer Glaube nutzlos [...] Wenn wir allein für dieses Leben unsere Hoffnung auf Christus gesetzt haben, sind wir erbärmlicher daran als alle anderen Menschen.