Unter dem Titel „Gott ist ein Freund des Lebens“ findet am Freitag, 7. Juni 2019, im Haus St. Ulrich in Augsburg eine Fachtagung des Augsburger Diözesanrats statt. Alex Barth gehört zu den Initiatoren der Tagung. CREDO hat ihm vorab ein paar Fragen dazu gestellt.

Von Raphael Schadt

Bild: Pixabay.

CREDO: Du hast die Tagung „Gott ist ein Freund des Lebens” mit angeregt: Ist der Lebensschutz, besonders der Einsatz für den Schutz ungeborenen Lebens, für dich Berufung?

Alex: Ich denke, wir als Christen sind dazu berufen, Jesus nachzufolgen. Ihm nachzufolgen heißt, ihn nachzuahmen, sich an dem zu orientieren, was er gesagt und getan hat. Jesus sagt: „Liebe deinen Nächsten“, sogar: „Liebe deine Feinde”. Und er sagt: Wer mich liebt, der halt meine Gebote. Ein Gebot ist: Du sollst nicht töten. Das gilt meiner Meinung nach für alle Menschen, auch für Ungeborene.

CREDO: Wie oder wann ist das für dich zum Thema geworden? 

Alex: Als Junge hat mich Sparta fasziniert. Soldaten mit Mut, Disziplin und Kampfkraft. Abgestoßen hat mich aber dann die Selektion ihrer Schwachen, Babys und Kinder. Wer nicht ins Idealbild passte, wurde konsequent ausgesetzt oder über die Klippe geworfen. Eine hochzivilisierte Gesellschaft zeichnet sich doch dadurch aus, wie sie mit ihren schwächsten Mitgliedern umgeht: Kranke, Alte, Babys!

Und dann später in meiner Schule in Landsberg: In Hitlers ehemaliger „Stadt der Jugend“, mit seinen ehemaligen Außenlager des KZ Dachau. Der Schrecken des Holocausts direkt vor der Haustür sichtbar. Wieder eine Selektion Schwacher, nicht ins Bild Passender. Millionenfach. Abstoßend! Früher habe ich hart über die Generation meiner Großeltern geurteilt. „Wie konntet ihr damals nur? Warum habt ihr nichts getan, warum geschwiegen?“ 

Und heute? Heute frage ich mich, wie meine Enkel über mich urteilen werden. „Ihr habt doch gewusst, dass 100.000 Kinder in Deutschland jährlich abgetrieben wurden? Mit welchem Recht habt ihr entschieden, ab wann Leben Leben ist? In eurem reichen Land wart ihr nicht in der Lage, ungewollten Kindern einen Platz zu geben? Wie konntet ihr damals nur? Warum habt ihr nichts getan, warum geschwiegen?“

Alex Barth. Bild: Privat.

CREDO: Ein „Ja zum Leben” wird ja dann zum Thema, wenn dadurch Lebenspläne durcheinander kommen. Gibt es, wenn unsere Pläne nicht aufgehen, einen göttlichen Plan?

Alex: Auch in meinem Leben wurden meine eigenen Pläne oft durchkreuzt und es kam anders als ich dachte. In der Situation habe ich oft um Weisheit gebetet. Ich habe Gott gebeten, mir zu zeigen, was sein Wille ist. Im Nachhinein betrachtet, haben sich diese Situationen dann immer zu einem Besseren für mich entwickelt. Ob dies Gottes Plan für mich war, weiß nur er. Ich vertraue aber darauf. Ich glaube fest daran, dass Gott nur gute Pläne für uns hat. Auch ein ungeborenes Kind ist ein guter Plan, auch wenn dies mit unserem eigenen Plan vielleicht nicht immer übereinstimmt. Ein Kind ist immer ein Segen. Wenn wir in unserer reichen Gesellschaft für ein ungeborenes Kind keine andere Lösung haben, als den Tod, dann sind wir eine arme Gesellschaft.

Bei der Fachtagung „Gott ist ein Freund des Lebens“ wollen wir uns unter anderem diesem Thema stellen – mit Vorträgen, einer Podiumsdiskussion und dem Überblick über die Arbeit von Schwangerenberatungen. Mit Prof. Dr. Eberhard Schockenhoff (Deutscher Ethikrat), Christiane Lambrecht (Christdemokraten für das Leben – CDL), Maria-Anna Immerz (Bistum Augsburg), u.a.

CREDO: Für wen ist die Tagung gedacht?

Herzlich eingeladen sind alle Interessierten: Am 7. Juni 2019 von 16.00 – 20.00 Uhr im Haus Sankt Ulrich, Kappelberg 1, 86150 Augsburg. Anmelden kann man sich hier.

CREDO: Vielen Dank für das Gespräch!

KW 26 #Berufung

Markus 10,21

Eines fehlt dir noch: Geh, verkaufe, was du hast, gib es den Armen und du wirst einen Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach!