Schönheit, Stärke und Poetry-Slam

Der Jugendabend mit dem Thema "Schönheit & Stärke" war eines der bisherigen Highlights der Missionarischen Woche. Die junge Studentin Ines Zeyher und Pater Paulus Maria Tautz CFR sprachen über weibliche Schönheitsideale, männliche Rollenbilder und Identitätsfindung mit Gott. Poetry-Slammerin Helene Ziegler umrahmte den Abend mit christlich-lyrischer Sprachakrobatik.

Von Simone Zwikirsch

Poetry-Slammerin Helene Ziegler sorgte für den künstlerischen Rahmen. (Foto: Simone Zwikirsch)

Das perfekte Selfie ist gemacht. Aufgehübscht mit den passenden Instagram-Filtern ist es bereit für seinen Social Media-Auftritt. Das Gefühl ungeduldigen Wartens, welches dann kommt, dürfte den meisten Jugendlichen bekannt sein: Wie viele Klicks, Likes und Kommentare wird das Foto bekommen? Auch Ines Zeyher kennt diese Suche nach Bestätigung in den Social Media. „Doch Schönheit definiert sich nicht über die Anzahl eurer Facebook-Likes“, betonte die 23-Jährige Studentin vor knapp 100 jungen Gästen, die zum Jugendabend der Missionarischen Woche in die Alte Halle in Heimenkirch gekommen sind. Stellvertretend für den ersten Teil des Veranstaltungstitels „Schönheit & Stärke“ ging sie gemeinsam mit Moderator Michael Ragg der Frage nach, was Schönheit überhaupt bedeutet und wer eigentlich darüber entscheidet, was schön ist.

Ines Zeyher im Gespräch mit Moderator Michael Ragg. (Foto: Simone Zwikirsch)

Für Ines liegt das Geheimnis der Schönheit ganz eindeutig in der Perspektive, aus der wir sie betrachten. „Wer schön sein will, sollte sich von innen heraus darum bemühen“, so die junge Studentin. Damit wolle sie die Jugendlichen allerdings nicht mit der Floskel, wahre Schönheit komme von innen, abspeisen, sondern sie dazu ermutigen, ihre eigene Schönheit aus der Perspektive Gottes zu sehen. „Gott hat uns nach seinem Ebenbild geschaffen. Wenn Gott die vollkommene Schönheit ist, steckt seine Schönheit also auch in uns. Und wenn wir das erkennen, kann diese Schönheit, die Gott in jeden von uns hineingelegt hat, auch nach außen strahlen“.

Um das Duo „Schönheit & Stärke“ zu vervollständigen kam zur zweiten Hälfte des Abends Pater Paulus Maria Tautz auf die Bühne und startete seinen Talk mit einer herausfordernden Ansage: „Babys machen Männer – Das heißt, die Aufgabe von uns Männern ist es, Schwächere zu beschützen und sie zu versorgen“. Was genau er damit meine, veranschaulichte Pater Paulus anhand seines eigenen Gelübdes für die Gemeinschaft der Franziskaner der Erneuerung in New York. „Durch meinen Eintritt in den Orden und die Arbeit mit den Outlaws – den Ausgestoßenen aus der Gesellschaft – habe ich gelernt, für andere zu leben und mich selbst zu verschenken.“ Dazu habe es aber erst einmal eine klare Entscheidung für diesen endgültigen Weg gebraucht, zu der er auch die Jugendlichen ermutigen wolle. In der heutigen Zeit der fast unbegrenzten Möglichkeiten falle es Männern aber oft schwer, Entscheidungen zu treffen. „Männer definieren sich über Freiheit, Abenteuerlust und Risikobereitschaft. Entscheidungen haben für sie oft den Anschein einer Zwangsjacke.“

Pater Paulus Maria Tautz sprach über Männlichkeit und Stärke. (Foto: Simone Zwikirsch)

Die Fähigkeit, sich zu entscheiden und die Konsequenzen der Entscheidung zu tragen, sei eine der wichtigsten Charakterstärken von Männern und müsse wieder neu entdeckt werden, so Pater Paulus. Das Vorbild für den „neuen Mann“, sehe er in Jesus selbst. „Der Mann schlechthin, ist der Gekreuzigte Herr, der sich für alle anderen hingibt“, machte Pater Paulus den Jugendlichen deutlich. Indem Jesus für seine Braut, die Kirche gestorben ist, zeige er allen Männern, was ihre Aufgabe ist: „Habt Mut zur Stärke! Habt Mut, klare Entscheidungen zu treffen, selbstlos zu dienen und euch für andere hinzugeben.“

Für den künstlerischen Höhepunkt des Abends sorgte die Poetry-Slammerin Helene Ziegler aus Innsbruck. Christliche Inhalte verpackte sie in coole Sprache und begeisterte damit die Zuschauer. Gleichzeitig schaffte sie es, die Botschaft des Abends für die Jugendlichen auf den Punkt zu bringen: „Nichts kann Gott von seiner Liebe zu dir trennen. Keine Cellulite, keine Falten im Gesicht. Du musst dafür nichts leisten. Du brauchst dich nur hinzugeben. Genau so, wie Gott dich geschaffen hat.“ 

 

 

KW 12 #Hören

Lukas 9,35 (Dtn 18,15)

Da rief eine Stimme aus der Wolke: Das ist mein auserwählter Sohn, auf ihn sollt ihr hören.