Katholisch – Evangelisch? – Kloster!

Momentan reift in mir der Plan, in ein franziskanisches Kloster einzutreten, um Gott ganz nachzufolgen. Und das, obwohl mein Weg mit ihm, oder besser gesagt, mit seiner Kirche, nicht ganz geradlinig verlief. Ja, zwischenzeitlich war ich sogar mehrere Jahre lang evangelisch…

Von Sarah Thurn

Foto: privat

Wenn ich an meine Schulzeit an einer katholischen Realschule zurückdenke, erinnere ich mich gerne an die kraftschenkenden und inspirierenden Gottesdienste, die ich dort besuchen durfte. Schon damals habe ich Gottes Ruf verspürt: „Folge mir nach! Ich habe eine Aufgabe für dich!“ Mich faszinierte die Liebe und Nächstenliebe, wie sie Jesus gelebt hat. In mir wuchs der Wunsch: So möchte ich auch leben. Gesagt, getan: Heute arbeite ich als Erzieherin mit Kindern mit Behinderungen und in meiner Freizeit begleite ich psychisch Erkrankte in einem Seniorenheim.

Aber mein Weg mit Gott, oder besser gesagt, mit seiner Kirche, verlief nicht immer geradlinig. Ja, zwischenzeitlich war ich sogar mehrere Jahre lang evangelisch. Gott zu dienen und ihn zu preisen war mir schon immer irgendwie wichtig, weshalb ich als – damals noch katholische – Jugendliche auch Ministrantin werden wollte und im Taufchor sang. Gott war für mich immer ein liebender Gott, der Friede und Freude am Glauben schenkt, anstatt zu verurteilen. Allerdings bekamen meine Familie und ich in verschiedenen Gemeinden immer wieder Gottesbilder vermittelt, die wir nicht teilen konnten. Dies bewegte uns vor elf Jahren dazu, aus der katholischen Kirche auszutreten und uns der evangelischen Kirche zuzuwenden.

Trotz meines Konfessionswechsels besuchte ich in den vergangenen Jahren regelmäßig ein franziskanisches Kloster. Angebote wie „Kloster auf Zeit“ oder auch das Bibelteilen waren für mich wie eine lebendige Quelle, aus der ich schöpfen konnte, um den Seelendurst zu stillen und neue Kraft zu gewinnen. Bei den Franziskanerinnen durfte ich einen katholischen Glauben erleben, mit dem ich mich sehr gut identifizieren konnte. Besonders berührte mich ein Gespräch mit einer 97-jährigen Schwester, bei dem mir klar wurde: Diese katholische Ordensschwester hat dasselbe Gottesbild und Glaubensverständnis wie ich. Ich stellte fest, dass der Grund für meinen damaligen Austritt nicht der katholische Glaube an sich war, sondern einzelne Personen, die leider wenig Gottesfreude und Gottesliebe vermitteln konnten.

Für mich war diese Erkenntnis eine so große Befreiung, dass ich wieder zu meinen katholischen Wurzeln zurückzukehren wollte. Nach meiner Zeit bei den Franziskanerinnen wuchs aber noch eine weitere Sehnsucht, die viel tiefer ging: Ich spürte, ich will mehr! Jeden Tag, jede Stunde, jede Minute will ich Gott in mir und in meinem Leben bewusst wirken lassen. Denn er allein hat es in der Hand, wo unser Leben hinführt, um seinen Plan zu erfüllen. Mit Vertrauen auf seine barmherzige, grenzenlose Liebe zu uns will ich mich ganz ihm hingeben. Sein Wille soll geschehen!

 

 

KW 30 #Gebet

um einen neuen Bischof

Herr Jesus Christus,
du hast die Apostel und ihre Nachfolger
zu Hirten der Kirche berufen. 
Dir vertrauen wir gerade jetzt unser Bistum an
und bitten dich um einen guten neuen Bischof.

Schenke uns einen Bischof,
in dem das Feuer des Heiligen Geistes lebendig
und die Freude des Evangeliums spürbar ist,
der uns mit der Liebe und Geduld
eines guten Hirten im Glauben stärkt,
der die Zeichen der Zeit aufmerksam wahrnimmt
und sie im Licht des Evangeliums deutet,
der die Gläubigen eint und sie ermutigt,
auf Gottes Ruf zu hören,
dessen Gnadengaben anzunehmen
und mit ihnen die Kirche und die Welt
neu zu evangelisieren.

Öffne unsere Herzen,
damit wir gemeinsam mit unserem neuen Bischof
nicht mit der Mittelmäßigkeit zufrieden sind,
sondern auf dem Heilsweg voranschreiten,
den Du für die Kirche von Augsburg bereitet hast.
Du selbst bist der Weg,
die Wahrheit und das Leben.
Dir sei mit dem Vater und dem Heiligen Geist
Lob und Dank, jetzt und in Ewigkeit.

Amen.