Das „Fest der Jugend" in Salzburg: Wie wirkt der Heilige Geist?

„Der Heilige Geist klopft erst ganz leise an“, sagte Georg Mayr-Melnhof, Gründer der Loretto-Gemeinschaft, bei seinem Abschluss-Preach während des Pfingstkongresses in Salzburg. Obwohl ich diese Worte nach zwei unglaublich erfüllten Tagen, an denen ich live beim Fest der Jugend dabei war, nur noch zu Hause auf dem Sofa per Stream mitverfolgen konnte, hätten sie für mich nicht treffender sein können.

Von Simone Zwikirsch

© Loretto Gemeinschaft

Dreimal schon hat der Heilige Geist leise bei mir angeklopft, bevor ich mich beim diesjährigen Fest der Jugend von ihm habe überwältigen lassen. Oder anders gesagt: Dreimal bin ich in den letzten Jahren ausgerechnet an Pfingsten in Salzburg gewesen. Also dreimal genau zum gleichen Zeitpunkt, zu dem dort auch das Fest der Jugend stattfand. Zufall? Ich glaube nicht!

Das erste Mal ist schon über zehn Jahre her. Damals, bei einem Städtetrip mit meinen Eltern, sind mir dort diese strahlenden und fröhlichen Jugendlichen aufgefallen, die überall in der Stadt in kleinen oder größeren Gruppen unterwegs waren. „Fest der Jugend“ und irgendwas mit dem Heiligen Geist las ich dort auf einem Banner. „Gut, den Heiligen Geist kenn ich, aber das ist bestimmt nix Katholisches“ habe ich mir damals als brave und pflichtbewusste Ministrantin gedacht. Gleichzeitig war ich aber doch auch fasziniert und ich fühlte ich mich irgendwie hingezogen zu dieser Veranstaltung. Doch das Klopfen des Heiligen Geistes war wohl noch nicht laut genug und ich fuhr nach Hause, ohne weiter darü̈ber nachzudenken.

© Loretto Gemeinschaft

Dann, vier oder fünf Jahre später, schon während meines Theologiestudiums, mein zweiter Salzburg-Besuch über Pfingsten gemeinsam mit meinem jetzigen Mann und zwei Freunden. Auf unserer Sightseeing-Tour begegnete mir wieder ein großes rotes Banner, das uns das Kommen des Heiligen Geistes verkündete. Diesmal an der Außenfassade des Salzburger Doms. Da dämmerte es mir: Was für mich beim letzten Mal noch wie eine sektenartige Versammlung gewirkt hat, muss doch etwas mit der katholischen Kirche, meiner Kirche, zu tun haben. Obwohl ich damals trotz Theologiestudium nie für möglich gehalten hätte, mit welcher Kraft mich der Heilige Geist eines Tages aufwirbeln wird, war meine Beziehung zu ihm wohl doch schon ein bisschen enger als beim letzten Mal. Denn anders als damals traute ich mich, in den Dom reinzugehen und ich erlebte meinen nächsten „Wow-Moment“ mit dem Heiligen Geist. Der ganze Kirchenraum war mit bunten Farben ausgeleuchtet und verlieh dem alten Gemäuer etwas Frisches und Stylisches. Es war wohl gerade Mittagspause, denn es fand kein Programm statt. Ich weiß noch, dass ich mich in die warme Atmosphäre des Kirchenraums ziehen ließ, dort eine Weile einfach nur in der Bank kniete und mich wohlfühlte – zugegebenermaßen eine ganz neue Erfahrung für mich, war doch das Hinknien während der Wandlung sonst immer der unangenehmste Teil des Gottesdienstes. Und jetzt kniete ich – einfach so, um zu beten. Unglaublich. Doch auch an diesem Tag war das Klopfen des Heiligen Geistes noch nicht so laut, dass ich geblieben wäre und mich auf das Programm des Pfingstkongresses eingelassen hätte.

© Loretto Gemeinschaft

Dann kam im vergangenen Jahr mein dritter Kontakt zum Fest der Jugend: Nach einem entspannten Wellnesswochenende in den Bergen hielten mein Mann und ich am Pfingstmontag für einen kurzen Zwischenstopp in Salzburg. Und wieder zog uns der Heilige Geist in den Dom, wo gerade der Abschlussgottesdienst stattfand. Wir stellten uns ganz hinten – anderswo war kein Platz mehr – zu der jungen Gottesdienst-feiernden Gemeinde und waren einfach nur überwältigt von dem Feuer und der Freude, die uns dort empfing. Beim letzten Lied, bei dem wirklich jeder im Dom laut mitsang, mittanzte und den Herrn pries, war ich einfach nur glücklich, ergriffen und beseelt. Ich hatte sogar Tränen in den Augen. Und wie nie zuvor spürte ich, genau hier wirkt der Heilige Geist. Genau so muss die Kirche aussehen, der ich angehören will, weil all diese Menschen Jesus in ihren Herzen tragen. Und ich war mir sicher, im nächsten Jahr bin ich definitiv wieder hier – und dann ganz bewusst und gezielt.

Auch wenn es dieses Pfingsten nur zwei Tage waren, die ich beim Fest der Jugend dabei sein konnte, habe ich diese geisterfüllte Zeit in vollen Zügen erlebt und aufgesogen, sodass ich jetzt sagen kann: „Danke, Heiliger Geist, dass du so geduldig mit mir warst und immer wieder angeklopft hast!“ Es waren die intensivsten Tage, die ich seit Langem erlebt habe. Und es waren Tage, die mir Mut gemacht haben, dass die Kirche entgegen aller Prognosen weiterhin Bestand haben wird. Und zwar genau wegen solch begeisterter junger Menschen, die ich in Salzburg neuntausendfach! erleben durfte. Wegen der vielen Beichtwilligen, die den mehr als 50 Priestern beim Abend der Barmherzigkeit keine ruhige Minute ließen und bis zu einer Stunde in der Beichtschlange ausgeharrt und gewartet haben. Wegen einer nicht enden wollenden Prozession von jungen Menschen, welche nach vorne zum Allerheiligsten pilgerten, um ihr Leben ganz bewusst Jesus anzuvertrauen. Und nicht zuletzt wegen des Heilige Geistes, der so lange bei mir angeklopft hat, bis ich endlich zu ihm gekommen bin. Und das bestimmt nicht zum letzten Mal.


Noch mehr bewegende Zeugnisse vom Fest der Jugend findest Du hier.

© Loretto Gemeinschaft

KW 30 #Gebet

um einen neuen Bischof

Herr Jesus Christus,
du hast die Apostel und ihre Nachfolger
zu Hirten der Kirche berufen. 
Dir vertrauen wir gerade jetzt unser Bistum an
und bitten dich um einen guten neuen Bischof.

Schenke uns einen Bischof,
in dem das Feuer des Heiligen Geistes lebendig
und die Freude des Evangeliums spürbar ist,
der uns mit der Liebe und Geduld
eines guten Hirten im Glauben stärkt,
der die Zeichen der Zeit aufmerksam wahrnimmt
und sie im Licht des Evangeliums deutet,
der die Gläubigen eint und sie ermutigt,
auf Gottes Ruf zu hören,
dessen Gnadengaben anzunehmen
und mit ihnen die Kirche und die Welt
neu zu evangelisieren.

Öffne unsere Herzen,
damit wir gemeinsam mit unserem neuen Bischof
nicht mit der Mittelmäßigkeit zufrieden sind,
sondern auf dem Heilsweg voranschreiten,
den Du für die Kirche von Augsburg bereitet hast.
Du selbst bist der Weg,
die Wahrheit und das Leben.
Dir sei mit dem Vater und dem Heiligen Geist
Lob und Dank, jetzt und in Ewigkeit.

Amen.