Raus aus der Komfortzone

Was ist denn bitte Jüngerschaft? Von Joachim Biberger

Jüngerschaft. Was ist denn bitte Jüngerschaft? Das ist eigentlich ganz einfach erklärt: Die Nachfolge Jesu, genau wie damals die Jünger Jesu. Über Jüngerschaft habe ich in letzter Zeit viel lernen dürfen. Zwei Wochen Missionseinsatz in Rumänien liegen hinter mir. Und die zeigen mir: Das Evangelium und die Frohe Botschaft von Gottes Liebe zu uns und seiner Erlösung durch Jesu Auferstehung ist heute mindestens genauso aktuell wie damals.

Da bleibt nur noch die Frage, wie kann ich Jesus auch in der heutigen Zeit noch nachfolgen? Und diese Frage ist leicht beantwortet: Indem man durch das Gebet eine persönliche Beziehung zu Gott aufbaut und die daraus geschöpfte Liebe Gottes weiterschenkt.

Ende Mai starteten wir zu acht mit dem Bus nach Rumänien, um dort eine Woche beim Aufbau eines Missionshauses zu helfen. Eine weitere Woche war ich in Bukarest und Constanza auf den Straßen unterwegs, um Leuten von Jesus zu erzählen, meist durch meine ganz persönlichen Erlebnisse mit dem Glauben. Mit Gebet in Form von Musik – Lobpreis nennt sich das.

Besonders beeindruckt hat mich folgende Situation,

in der ich ganz besonders spüren durfte, wie Gott durch einfache Dinge wirken kann und seine Liebe zu uns spürbar macht: Als wir am ersten Abend in Bukarest mit der Metro zurück in unsere Unterkunft fahren wollten, kam uns die spontane Idee, mit der Gitarre in der fahrenden Metro auf Englisch Lobpreis zu machen. Das ist in Bukarest eigentlich nicht so außergewöhnlich: Dass Musikanten im Zug musizieren kommt hier öfter vor. Ein Mädchen mit Kopfhörern ein paar Sitze weiter war so berührt von unserem Gesang, dass sie immer näher kam, ihre Kopfhörer herausnahm und irgendwann nur noch leise weinte. Als wir aufhörten zu spielen, weil wir an unserer Endstation angekommen waren, bedankte sie sich herzlich bei uns. Sie wirkte, als hätte sie sehnsüchtig darauf gewartet, die bedingungslose, unendliche Liebe Gottes zu erfahren. Und durch unser gesungenes Gebet konnte sie das.

Mir wurde durch diese Situation ganz neu bewusst, dass Gott durch uns wirken kann – wenn wir unser Ja für ihn geben und besonders, wenn wir über unsere Grenzen springen und unsere Komfortzone verlassen. Denn nach einem anstrengenden Tag in der Stadt wäre es für mich auch einfacher gewesen, mich hinzusetzen und einfach mal nichts zu tun. Im Verlauf unseres zweiwöchigen Aufenthalts in Rumänien habe ich viele solche Situationen erlebt. Und das Schöne daran ist, dass diese Mission – Gottes Liebe zu den Menschen zu bringen – nach diesen zwei Wochen nicht zu Ende ist, sondern mein ganzes Leben lang weitergeht.