Gemeinschaftsblog

In unserem Blog erzählen über 20 Blogger/innen aus der Diözese Augsburg und
über die Bistumsgrenzen hinaus, was sie im (Glaubens-) Alltag erleben.

Blogbeiträge

Verfasst am 11. Juli 2018Simone Theresa Prokop

Das Basical-Jahr ist vorbei. Neun Monate durfte ich im Basical in Augsburg verbringen. Wenn ich jetzt auf diese Zeit zurückschaue, dann tue ich vor allem eines: staunen. Staunen, wie sehr wir alle gewachsen sind. Aneinander, miteinander und jeder für sich. Mit und durch Gott. 

Neun Monate in ein paar Worte fassen. Sehr schwer. Aber möglich.

Dankbarkeit

Es gibt vieles, auf das ich dankbar zurückschauen kann. Dankbar bin ich Gott, dafür, dass er meinen Weg ins Basical geführt hat. Dankbar für Florian, Ulli, Vroni und Désirée, die uns als Leitungsteam in dieser Zeit begleitet haben und uns lebendige Vorbilder des Glaubens waren und sind. Ich durfte in verschiedenen Seminaren vieles über die katholische Kirche lernen, aber auch Gott neu in meinem Leben erfahren. Regelmäßige Gebetszeiten, die Missionarische Woche und Exerzitien haben unter anderem zur Vertiefung meiner Beziehung zu Gott beigetragen. 

Die jungen Erwachsenen vom Basical Jahrgang 2017/2018 beim Entspannen am Kuh-See in Augsburg. Bild: Privat

Gemeinschaft

Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie wir alle am ersten Tag im Wohnzimmer saßen. Unfassbar, was in weniger als einem Jahr aus neun Jugendlichen werden kann.

„Menschen, die zusammenleben, Fremde werden Freunde bald. 
Alle haben was zu geben, Alltag schafft Zusammenhalt. 
Schnell entwickelt sich Vertrau’n, wir könn’ aufeinander bau’n.
Die Gemeinschaft gibt uns Stärke, ja, wir tun große Werke!“

            (aus unserem Basical-Rap „Get down on Basical”)

Der ganz normale Basical-Alltag hat uns auf Dauer wirklich zusammengeschweißt, obwohl anfangs alles neu und irgendwie schwierig war. Aber schon nach kurzer Zeit galt es, als Basicals gemeinsam die Kinderbetreuung auf dem Familien-Prayerfestival in Weißenhorn zu meistern. Monate später die Missionarische Woche in Pöttmes, innerhalb eines größeren Orga-Teams. Die Entstehung unseres Basical-Raps war eine Herausforderung, aber wir haben sie gemeinsam gemeistert. Und nach unserer Israel-Reise im Mai hatte ich den Eindruck, dass wir uns alle noch mal nähergekommen waren, noch stärker als Gemeinschaft zusammengewachsen sind.

Jesus – Herr meines Lebens

Bild: Privat.

„Für dich, Jesus!“ Florian stellte in seiner Predigt am 1. Oktober 2017 diese neun Monate unter diesen Leitsatz. Manchmal war es mitten im Alltag, wenn es irgendeine Aufgabe zu erledigen galt, die nicht so beliebt war (z.B. Müll runterbringen) oder bei der ich mich schwertat. Oder auch mein Beinbruch, bei dem ich  mich anfangs schon gefragt hab, warum gerade mir das passieren musste, dabei hätte ich doch so gerne das zweiwöchige Praktikum im Hospiz gemacht. Und dann kam mir ein Vers aus Psalm 22 in den Sinn, den Psalm, den Jesus am Kreuz gebetet hat. „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Im Original heißt es übrigens: „… wozu hast du mich verlassen?“ Und aus meinem „Warum?“ wurde ein „Wozu?“ Aus meinem Fragen, meinem Hadern mit der ganzen Situation wurde eine Danksagung, wurde ein Lobpreis an Gott. Weil ich seine Liebe und Nähe auch in meinen Schmerzen erfahren durfte, genauso auch durch die Basicals und die Leiter des Basicals. Mit Krücken bin ich ins Heilige Land gefahren – schon während dieser Tage wurde mir gesagt: „Simone, du brauchst die Krücken nicht mehr.“ Und ich traute mich mehr und mehr, die Krücken im Bus zu lassen. Nur in bergigem Gebiet nahm ich sie vorsichtshalber mit. Nach Israel brauchte ich keine Krücken mehr, denn wer den Ölberg mit Krücken schafft, für den sind Augsburgs Straßen eine Leichtigkeit. 

Jesus-Ikone in der Basical-Kapelle. Bild: Simone Prokop.

Jesus das eigene Leben zu übergeben, ihm den ersten Platz einzuräumen und ihn regieren zu lassen, ist ein Weg. Das geht nicht von heute auf morgen. Das braucht Zeit. Zeit mit ihm. Im persönlichen Gebet, in der heiligen Messe, in der Anbetung, im Lobpreis, in der Stille, im Lesen der Heiligen Schrift. Jesus lässt mir die Freiheit, mich für oder gegen ihn zu entscheiden. Und wenn ich diese Entscheidung getroffen habe, dann muss es eine vollkommene Hingabe sein. Ich kann mich Jesus nicht nur zur Hälfte oder auch nur zur einem Viertel schenken, das geht nicht. Jesus hat am Kreuz nicht nur die Hälfte unserer Sünden getragen, er hat sich nicht nur zu einem Viertel hingegeben, nein! Jesus hat alle unsere Sünden getragen, und er hat sich für uns ganz hingegeben! Und wenn wir ihm als seine Jünger nachfolgen wollen, dann müssen wir es auch tun: ihm uns ganz hinzugeben.

„Wunder geschehen, wenn du sprichst, alles ist möglich, wenn du hier bist. Nichts bleibt wie es ist, wenn dein Name unser Leben ist.“