Gemeinschaftsblog

In unserem Blog erzählen über 20 Blogger/innen aus der Diözese Augsburg und
über die Bistumsgrenzen hinaus, was sie im (Glaubens-) Alltag erleben.

Blogbeiträge

Verfasst am 27. März 2018Heidi Esch

„Gott hat sein Ohr an deinem Herzen“ (Augustinus)

Bild: Heidi Esch.

Neulich habe ich mich an ein Erlebnis erinnert, welches ich hier mit euch teilen möchte: Ich wohnte damals noch zuhause auf einem Bauernhof bei Kaufering und studierte Theologie in Augsburg.  Es war Sommer, und ich las ein Buch von einem Begründer einer neuen geistlichen Gemeinschaft. Darin war beschrieben, wie er sich eine vertiefte Beziehung zu Maria von Gott gewünscht hatte und bald darauf eine Marienstatue geschenkt bekam. Das fand ich schön und wünschte mir, auch so etwas zu erleben. Gerne würde ich berichten, dass ich Gott voll Vertrauen um den gleichen Gefallen gebeten habe. Die Wahrheit ist jedoch, dass ich begann, in Gedanken vor mich hinzumosern: „Gott, mir würdest du bestimmt so eine Gnade nicht erweisen, mich würdest du bestimmt nicht so verwöhnen … denn dein wunderbares Wirken geschieht irgendwo anders, nicht am Ende der Welt auf einem Hof, zwei Kilometer von der nächsten Ortschaft entfernt …“

Bald darauf klingelte es an der Tür, und ich half einem älteren Bauern, Futterkartoffeln aufzuladen. Als wir fertig waren, sagte er, dass er gleich noch mal vorbeikommt, um mir etwas zu bringen. Kurz danach kam er wieder und schenkte mir eine Marienfigur mit Jesuskind aus Wachs, welche er selbst gegossen und bemalt hatte.

Da dämmerte es mir, dass Gott auch den kleinsten Gedanken meines Herzens kennt und mich beschenken will, wo er nur kann. Und umso lieber, wenn es dabei um Maria geht. Und ich ahnte, dass auch ein Hof am Ende der Welt das Zentrum der Gnade sein kann und es für Gott keine wichtigen und unwichtigen Menschen gibt. Und mir war klar, dass ein alter Bauer auf die Impulse seines Herzens gehört und so Gottes Wirken ermöglicht hat.

Heidi Esch