Verfasst am 22. Juni 2016Pfarrer Benjamin Beck

Dunkle, schwere Wolken, prasselnder Regen, so manches Unwetter! Die letzten Wochen zusammengefasst: wochenlanges schlechtes Wetter! Man würde sich doch jetzt im Juni wenigstens einmal ein paar Tage mit durchgehend gutem Wetter wünschen. Und bestimmt kommt Ihnen wie mir auch gleich jemand in den Sinn, bei dem man sieht, wie  ihm das schlechte Wetter aufs Gemüt schlägt. Vielleicht sogar ich selbst?

Bild: Pfarrer Benjamin Beck

An der Südseite der Kapelle in Weiler bei Osterberg ist eine Sonnenuhr. Ich habe sie fotografiert, als ich dorthin gefahren bin, um den Fortgang der Innenrenovierung dieser Kirche zu begutachten, die von den Bewohnern drum herum schlicht „Käppele“ genannt wird. Ihre Sonnenuhr scheint im Moment ziemlich nutzlos, wenn die Schatten des Zeigers ihren Lauf eingestellt hat.

Nach einem Blick auf diese Sonnenuhr bin ich dann in die Kirche hineingegangen. Die früher einfach weißen Wände sind dort – wie für eine Loreto-Kapelle üblich – jetzt wieder mit ziegelroter Farbe angestrichen. Schließlich bin ich auf die Empore hinaufgestiegen und habe dort …

… den Himmel gesehen, wie er hier über Jahrzehnte hinweg nicht mehr zu sehen war – in schönem, strahlendem Blau. Ich habe mich darüber sehr gefreut.

Vielleicht kann der blaue Himmel des „Käppele“ in Weiler, auf dem dann hoffentlich auch bald noch die leuchtenden Sterne angebracht werden, ein Bild dafür sein, wo wir den Himmel offen sehen können, wenn in unserem Leben scheinbar so manches überdeckt, dunkel und kalt ist.

Schauen Sie doch – wenn Ihnen irgendetwas aufs Gemüt schlägt – in so ein Käppele in Ihrer Nähe. Vielleicht können dann auch Sie sich freuen und Sie sehen einen neuen Sinn, so dass Ihre innere Sonnenuhr, die vielleicht auch ihren Lauf eingestellt hat, wieder zu laufen beginnt.

Pfarrer Benjamin Beck