Anbetung um Berufungen

Eine Gebetsinitiative für Berufungen vom 2. Februar bis 10. Juli 2017

Grußwort von Weihbischof Florian Wörner

An vielen Orten in unserem Bistum wird das Gebet um geistliche Berufe insbesondere im Rahmen des monatlichen Triduums seit Jahren kontinuierlich gepflegt. Unser Hwst. Herr Bischof Dr. Konrad Zdarsa lädt seit geraumer Zeit am sogenannten Priesterdonnerstag zu einer abendlichen Messfeier in diesem Anliegen mit anschließender eucharistischer Anbetung in den Augsburger Dom ein. Jahr für Jahr wird der vierte Sonntag der Osterzeit als Weltgebetstag um geistliche Berufe besonders akzentuiert.

Wie viel dem Gebet in der Berufungspastoral zuzutrauen ist, zeigen auch die Erfahrungen der US-amerikanischen Bewegung  „adoration for vocations“, die bereits Papst Johannes Paul II. vor Jahren ausdrücklich begrüßt und unterstützt hat. Das „Zentrum für Berufungspastoral“ der Deutschen Bischofskonferenz hat in seinem Werkheft 2016 darauf aufmerksam gemacht. So freut es mich, dass wir diese Gebetsinitiative auch in unserem Bistum aufgreifen können.

„Da hilft nur noch beten…!“

Von Pfarrer Ulrich Lindl
Wenn Menschen sich das eingestehen, haben sie in der Regel zuvor schon alles Mögliche versucht. Alle Hebel wurden in Bewegung gesetzt und nichts hat offenbar geholfen. Jetzt hilft nur noch eines: Beten!

Aber ist das wirklich richtig und auch gut so? Dass Menschen erst mit dem Beten anfangen, wenn sie eigentlich schon am Ende sind? Oder sollten wir nicht besser umgekehrt mit dem Beten anfangen, weil ohne Beten alles andere nichts hilft? Eines ist uns allen doch klar: es gibt so vieles, von dem wir schon von vornherein wissen, dass da nichts zu machen ist. Berufungen etwa. Berufungen können und dürfen wir nicht machen. Umso mehr müssen wir um Berufungen beten. Genau dazu ruft uns Jesus auch auf: „Bittet den Herren der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte aussende.“ (Mt 9,38). Mehr brauchen (und dürfen?) wir vielleicht auch gar nicht tun.

Beten hilft immer! Für das Gebet um geistliche Berufung wollen wir uns in unserer Diözese Zeit nehmen. Bis zur Ulrichswoche im Juli wird eine Monstranz, die vom Hl. Papst Johannes-Paul II im Jahr 2004 eigens für diese Bestimmung gesegnet wurde, den Weg durch unsere Diözese nehmen. In jedem Dekanat wird sie für eine Woche den Herrn aufnehmen, damit wir ihm von Angesicht zu Angesicht unsere Anliegen anvertrauen können.

Weitere Infos und Begleitheft erhältlich unter:

•       E-Mail: kirchliches.leben@bistum-augsburg.de oder telefonisch unter +49 821 3166 3001

•       Hier geht es zur Terminübersicht der Gottesdienste mit anschließender Anbetung um Berufung

"Vergelt's Gott!" allen, die in diesem wichtigen Anliegen mit beten.

Pfarrer Ulrich Lindl


Was ist Anbetung?

Gedanken von Pfarrer Bernhard Hesse

„Rede Herr, denn dein Diener hört!“ (1 Sam 3,9) So lehrt der Hohepriester Eli seinen Schüler Samuel, dem Herrn zu antworten, als er seinen Ruf vernahm. Manchmal ist es gut, wenn wir beim Beten auch einmal den Mund halten und – hören!

Bei allem Bemühen um ein gutes Beten kann uns die Aussage des dänischen Philosophen und Theologen Søren Kierkegaard richtungsweisend sein. Er bekennt von sich: „Als mein Gebet immer andächtiger und innerlicher wurde, da hatte ich immer weniger und weniger zu sagen. Zuletzt wurde ich ganz still. Ich wurde, was womöglich noch ein größerer Gegensatz zum Reden ist, ich wurde ein Hörer. Ich meinte erst, Gebet sei Reden. Ich lernte aber, dass Beten nicht bloß Schweigen ist, sondern Hören. So ist es: Beten heißt nicht sich selbst reden hören, Beten heißt still werden und still sein und warten, bist der Betende Gott hört.“

Die Eucharistische Anbetung vor dem Allerheiligsten Altarsakrament ausgesetzt in einer Monstranz ermöglicht uns dieses passive, hörende Beten. Wenn wir für eine längere Zeit schweigend ausharren, können wir einen liebenden Blickkontakt mit Jesus aufnehmen. „Ich schaue ihn an und er schaut mich an“ –  so hat es Louis Chaffangeon, der Bauer aus Ars, einst so klassisch formuliert. Wir treten in den Blick der Liebe Gottes. Der aus Liebe Gekreuzigte schaut uns an. Sein Blick durchdringt unser Herz. Er heilt, er verwandelt, er liebt. Im liebenden Blick vernimmt die Seele die Worte des Geliebten.

Am Anfang ist noch alles laut, doch alles, was in uns unruhig ist, darf sein und darf heraus. Im Angesicht dessen, der uns liebt, können wir alles ablegen: „Werft alle eure Sorge auf den Herrn, er kümmert sich um euch“ (1 Petr 5,7). Wo sonst kann ich mich in dieser lauten und stressbeladenen Zeit so einfach erleichtern! Alles, was ich mit Jesus geteilt habe, trägt er mit mir. Im Schweigen klären sich meine Fragen und Zweifel, ich erfahre Nähe und Trost und gehe viel gelassener und froher zurück in meinen Alltag. Gönnen wir uns die Anbetung. Gönnen wir uns das Schweigen in der Gegenwart des Herrn. Lassen wir uns lieben. Jesus wartet auf uns.

Gestaltung: Sankt Ulrich Verlag, Foto: SUV/BANNER

Termine: Gottesdienst mit anschließender Anbetung um Berufung

  • 02.02 Augsburger Dom
  • 05.02. Augsburg-Land
  • 12.02. Aichach-Friedberg
  • 19.02. Landsberg
  • 26.02. Mindelheim
  • 05.03. Benediktbeuren
  • 12.03. Weilheim-Schongau
  • 19.03. Marktoberdorf
  • 26.03. Sonthofen
  • 02.04. Lindau
  • 09.04. Kempten
  • 16.04. Kaufbeuren
  • 23.04. Memmingen
  • 30.04. Starnberg
  • 07.05. Schwabmünchen
  • 14.05. Günzburg
  • 21.05. Neu-Ulm
  • 28.05. Dillingen
  • 04.06. Nördlingen
  • 11.06. Donauwörth
  • 18.06. Neuburg-Schrobenhausen
  • 25.06. Pfaffenhofen
  • 02.07. Augsburg

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