Werdet wie die Kinder

Vom kindlichen Vertrauen in Gottes Fürsorge von Elisabeth Appelt

Jeder Tag mit meinen drei Kindern ist ein großes Abenteuer. Und wenn man dazu noch einen Ehemann hat, der als Missionar im Gebetshaus Augsburg arbeitet, ist der Alltag erst recht spannend. Das Leben als Missionarsfamilie bringt viele Überraschungen mit sich, unter anderem unsere finanzielle Versorgung, da das Gehalt meines Mannes vollständig durch Spenden getragen wird. Immer wieder sind wir dazu angehalten, Gott zu vertrauen, dass er uns versorgt – und zwar nicht nur mit Brot und Wurst, sondern auch mit der Erfüllung von Extrawünschen, wie unsere große, fünfjährige Tochter sie hatte. 

Es war an einem Mittwoch im Februar, einen Tag vor dem unsinnigen Donnerstag, und meine Kinder waren dabei, sich ein Kostüm für die Kindergartenparty zu überlegen. Meine Tochter wollte als Ballerina gehen, mit Body und Tutu. Leider hatten wir für so eine Verkleidung nicht die passenden Utensilien zu Hause. Doch sie hatte sich eine klare Vorstellung von ihrem Outfit ausgemalt und gab sich mit dem Versuch eines selbstgebastelten Kostüms nicht zufrieden. Also gab es nur die Möglichkeit, ein passendes Kostüm zu kaufen. Da wir auf dem Land wohnen, standen uns genau zwei Geschäfte zur Auswahl. Die Chance, dass wir in einem der beiden Läden das besagte Tutu finden würden, war aus Erfahrung jedoch sehr gering. 

Ich ermutigte meine Tochter, dafür zu beten, dass Jesus ihr diesen besonderen Wunsch erfülle.

Da ich sowieso noch einen Einkauf zu erledigen hatte, wollten wir es versuchen und machten uns auf den Weg. Auf dem Hinweg beobachtete ich meine Tochter im Rückspiegel: ihre geschlossenen Augen und die Lippen bewegend. „Ob das wohl gut geht …“, dachte ich mir und stellte mich insgeheim schon auf ein Theater ein. Im Geschäft angekommen, gingen wir zielstrebig auf die Mädchenabteilung zu. Ich traute meinen Augen kaum. Dort hing noch genau EIN lilafarbenes Kleid mit Tutu, viel Tüll und Glitzer in der passenden Größe. Meine Tochter riss die Augen auf und rief laut:

„Mama, Jesus hat mein Gebet erhört!“

Ich hätte mich jetzt ducken können, um den verwirrten Blicken der anderen Kunden auszuweichen, die sie mir in Reaktion auf das Rufen meiner Tochter zuwarfen. Allerdings hätte ich meiner Tochter so vermittelt, dass es peinlich ist, den Namen Jesu in der Öffentlichkeit so laut auszusprechen. Deshalb umarmte ich sie stattdessen glücklich und bestätigte ihr, dass Jesus sie wirklich gehört hat und er treu ist.

Für unsere Tochter war es eine Gebetserhörung. Uns, als Eltern, hat dieses Ereignis wieder neu ermutigt im kindlichen Vertrauen, auch für diejenigen Dinge zu beten, die wir nicht notwendigerweise brauchen, sondern die unser Herz erfreuen. Wir als Familie beten oft gemeinsam mit den Kindern, dass der Herr uns versorgen möge, und wir haben schon so viele Wunder erleben dürfen: körperliche Heilungen, freigesetzte finanzielle Mittel, unsere Wohnungssituation und vieles mehr.

Gott fordert uns heraus, unsere Bitten zu äußern und im Gebet vor seinen Thron zu kommen, ihm hundertprozentig, ja aus vollem Herzen zu vertrauen.

GOTT ist TREU.

Er hat uns bisher noch nie im Stich gelassen. Das Vertrauen der Kinder in Gott ist so groß und ungebrochen. Meine Tochter betete für neue Sommerkleider. Zwei Wochen später bekam sie eine Kiste mit 20 Sommerkleidern geschenkt. DAS ist die Vorsehung Gottes. Er schenkt in Fülle und im Übermaß, wenn wir uns darauf einlassen! 

In Matthäus 6,25–26 steht: „Deshalb sage ich euch: Seid nicht besorgt für euer Leben, was ihr essen und was ihr trinken sollt, noch für euren Leib, was ihr anziehen sollt. Ist nicht das Leben mehr als die Speise, und der Leib mehr als die Kleidung? Sehet hin auf die Vögel des Himmels, dass sie nicht säen noch ernten, noch in Scheunen sammeln, und euer himmlischer Vater ernährt sie. Seid ihr nicht viel vorzüglicher als sie?“

Deshalb müssen wir uns keine Sorgen machen. Wir leben mit Gott, als seine Kinder, und er kümmert sich um uns, um seine Kinder. Egal, ob du ein Missionarsleben führst oder einem ganz „normalen“ Job nachgehst: Gott versorgt dich, und er möchte, dass es dir gut geht.

Kinder wissen das so genau, weil sie unbesorgt sind. Hier möchte ich von meinen Kindern lernen! 

Elisabeth Appelt

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