Unsere Ehe – unsere Kinder

Gottes Führung erfahren – Gott als starker Partner in Ehe und Familie
Von Anett und Christian Schweizer 

Wir, das sind Anett und Christian, lernten uns vor etwa 18 Jahren kennen und haben inzwischen zwei wundervolle Kinder. Im Laufe unseres gemeinsamen Lebens wurde das Interesse an Jesus Christus, seinem Leben, der Kirche und Gott immer größer. 

Familie Schweizer

In meiner Kindheit (Anett) hatte ich auch schon immer diesen Wunsch nach mehr gehabt, bin aber leider in einer eher säkularisierten Umgebung aufgewachsen. Letztendlich entschloss ich mich aber im Jahr 2004, mich taufen zu lassen. Die Möglichkeit, eine bewusste Entscheidung für Gott treffen zu können – dies bedeutet die Erwachsenentaufe für mich.

Diese Erfahrung versuchten wir dann über viele Jahre in den Taufvorbereitungstreffen unserer Gemeinde weiterzugeben. Warum berichten wir davon? Ohne es bewusst zu bemerken, konnten wir das auch in den ersten Jahren unseres Kennenlernens erfahren. Im Rückblick gab es öfter Momente, in denen wir einen Schutzengel hatten. In denen wir nicht nur zu zweit waren.

Vom Vertrauen in Gottes Führung

Als ich, Anett, früher noch in einer Großbäckerei arbeitete und dort Verantwortung für sehr viele Mitarbeiter hatte, genoss ich zu Beginn meiner Tätigkeit in diesem Betrieb die Arbeit sehr. Ich konnte Pläne schreiben, die Produktionsabläufe koordinieren, usw. – genau meine Begabung. Das Arbeitsklima wurde aber durch eine Veränderung in der Führungsetage von Monat zu Monat schlechter, und der Druck von Seiten der Firmeneigentümer stieg. Den Herren war nicht verständlich, dass man Familie und Arbeit vereinbaren kann und für mich die Firma zwar wichtig war, aber nicht an allererster Stelle stand. Schließlich beendeten wir das Arbeitsverhältnis.

Alle unsere privaten Planungen waren nun hinfällig. Wir mussten umdenken, was uns nicht leichtfiel. Warum es so weit gekommen ist, war uns nicht klar. Wir fühlten uns alleingelassen. Auch von Gott? In unseren täglichen Gesprächen mit ihm haben wir um einen guten Neuanfang gebeten. Jetzt habe ich einen neuen Arbeitsplatz, der nicht besser sein könnte. Ohne die vorher beschriebenen Dinge wäre das nicht passiert. „Ich weiß nicht, wohin du mich führst, aber ich weiß, dass du mich führst.“ Diesen Satz verstehe ich jetzt besser als vorher.

Gott als starker Partner in Ehe und Familie

Eine Entscheidung war aber bislang eine der Wichtigsten: unsere Eheschließung. Viel wichtiger, als dies an behördlicher Stelle zu beurkunden, ist es, mit Gott einen starken Partner mit im Boot zu haben. Unsere Eheschließung mit Gott – also ein täglich gelebtes Sakrament – bedeutet für uns: Unsere Liebe zueinander hat zwei feste Wurzeln. Diese können und haben bereits auch schon stärkere Winde überstanden. Diese Wurzeln müssen gepflegt werden. Ideal wäre es, wenn noch eine zusätzliche Verankerung dieses Gewächs mithalten würde. Wir haben schon mehrmals erleben dürfen, dass wir von einer dritten Wurzel gestützt und getragen werden. Manchmal spürten wir diese dritte Wurzel nicht. Wir hatten Zweifel. Aber wir haben im Nachhinein erkennen dürfen, dass sie da ist. Glauben braucht Vertrauen.

Damit Vertrauen wächst, braucht es immer wieder unsere bewusste Entscheidung – zu vertrauen. Wir haben erfahren, dass Gott uns richtig führt. Allerdings wissen wir manchmal nicht immer gleich, warum er uns dort hinführt, wo wir gerade sind. Wir wissen aber, das Ende wird gut.

Letztes Frühjahr waren wir auf einem Wochenende für Ehepaare von Marriage Encounter (ME), welches uns ein befreundetes Ehepaar in der Gemeinde empfohlen hatte. Seit dieser Zeit lernen wir täglich mehr und mehr, uns noch näherzukommen und die Gedanken und Gefühle des Partners zu verstehen und anzunehmen. So konnte ich manchmal nicht verstehen, warum Anett schriftliche Planungen des Alltags sehr wichtig sind. Dieses Grundbedürfnis hatte ich oft missachtet. Daraus entwickelten sich ganz zwangsläufig Missverständnisse. Als wir das erkannt haben, konnten wir dies viel gelassener beurteilen als früher. Ohne dieses Wochenende und den weiteren Verlauf bei ME wäre dies vielleicht nicht möglich gewesen.

Gerade in der Gewissheit, nicht nur zu zweit zu sein, sehen wir nun unseren Trauspruch: „Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe“ aus einer völlig neuen Sicht. Heute können wir uns ein Leben ohne diese dritte Wurzel nicht mehr vorstellen.

Auch unsere Kinder leben mit dieser bildhaften Vorstellung bei täglichen Gebeten. Wir hoffen, dass durch unser Vorleben des Glaubens und Vertrauens unsere Kinder auch in der Zukunft immer auf dieses Geschenk zurückgreifen können. Denn im täglichen Leben kennen wir viele Leute, die dies nicht können und denen dieses Geschenk bislang verwehrt ist. In unserer Pfarrgemeinde erleben Kinder immer wieder das Gemeinschaftsgefühl. Sei es im Kleinkindergottesdienst, in den Gesangsgruppen oder anderen Veranstaltungen. Auch die Kommunionsvorbereitung erlebten wir als sehr bereichernd. Viele Kinder freuen sich darauf, bald als Ministranten anfangen zu dürfen.

So ist es schön für uns zu sehen, dass alles ein Geben und Nehmen der Großen und Kleinen ist.

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