Gemeinschaftsblog

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über die Bistumsgrenzen hinaus, was sie im (Glaubens-) Alltag erleben.

Blogbeiträge

Verfasst am 30. Oktober 2017Gaby Sonnenberg

Jeder kann heilig werden, die siebte Brotkrume:

Als ich letztens die Katechese von Father Tino hörte, wurde ich bei einem Wort, das er mehrmals wiederholte, hellhörig: „Du wirst erleuchtet, versprochen!“

Im Benedictus, das ich später für Radio Maria sprechen bzw. beten durfte, heißt es: „Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe, um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen und im Schatten des Todes, und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens“ (Lk 1,78–79). Aber wie komme ich auf den Weg, erleuchtet zu werden und in der Welt ein Licht zu sein? Das ist schwieriger als alles andere, habe ich festgestellt. Außerdem wird das Licht immer wieder mal hell leuchten, und dann wird es auch wieder verdunkelt, und man muss es wieder erneut zum Leuchten bringen. Dazu ist vor allem eines wichtig: Es geht nie ohne Jesus. Denn nichts kommt von uns selbst, und schon gar kein Licht. Wir können nur Reflektion seines Lichts sein und es somit vervielfachen.
Wie halte ich das Licht am Leuchten, am Brennen? So dass es nicht zu erlöschen droht? Dass unser Licht nur noch auf Sparflamme brennt, erkennen wir daran, dass wir nicht mehr in der Freude sind: Wenn wir uns mehr über andere ärgern, als sie zu lieben, für sie zu beten und ihnen zu helfen. Wenn wir im Unfrieden sind und die Gaben des Heiligen Geistes wie Geduld, Zuversicht, Verständnis für unser Gegenüber etc. fehlen. Wenn wir den Dienst, den wir für Jesus Christus tun, nur mühselig und ohne Freude tun.

Bild: CC0.

Tue alles aus Liebe zu ihm heraus und aus Liebe zu den Menschen, und du wirst leuchten. Das ist sicher. Da gebe ich jetzt einmal meine Garantie darauf. „Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein. Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es dann allen, die im Hause sind. Also lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, dass sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen“ (Mt 5,14–16). 

„Umso fester haben wir das prophetische Wort, und ihr tut gut daran, dass ihr darauf achtet als auf ein Licht, das da scheint an einem dunklen Ort, bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen“ (2 Petr 1,19).

So soll Christus, der Morgenstern, in unserem Herzen aufgehen und leuchten mit dem Heiligen Geist. Dazu habe ich folgendes über den Heiligen Geist gefunden: „Es gibt aber eine Person, die vollkommen ist und niemals versklavt. Wir dürfen glauben, dass der Heilige Geist all die Schönheit und Grausamkeit der Natur, all die verschiedenen Aspekte der Menschheit, alle Antriebe, Gedanken und Wünsche der menschlichen Seele nützt, um genau eins zu tun: den Willen des Menschen in Gottes Willen zu ziehen. Der kleine Wille schläft ein, damit er im Licht des unendlichen Willens Gottes erwacht“ (übersetzt aus: The Light Within: A study of the Holy Spirit, von Charles L. Slattery).

Mit dem Licht des Heiligen Geistes können wir uns also aus der Sklaverei, den Bindungen (z.B. in Süchten) lösen. Deswegen macht er frei. Frei von Zwängen des kleinen menschlichen Willens beginnen wir, im Licht der Glückseligkeit Gottes zu leuchten, wenn wir beten: „dein Wille geschehe“. Er leuchtet in uns, durch die Eucharistie, in der wir uns mit ihm verbinden, und durch das Gebet. So öffnen wir das Tor zum Himmel und lassen das Licht auf uns und andere scheinen. Durch das Gebet verdrängt das Licht den Nebel, der uns umgibt und in dem wir nicht viel mehr sehen als uns selbst.

Und wenn wir es einmal in dieses Licht geschafft haben, dann können wir vielleicht ebenso erleuchtet sein wie Johannes Paul II., der sagte: „Die Finsternis kann nur durch das Licht vertrieben werden, und Hass lässt sich nur durch Liebe überwinden.“
Eure Gaby

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