Gemeinschaftsblog

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über die Bistumsgrenzen hinaus, was sie im (Glaubens-) Alltag erleben.

Blogbeiträge

Verfasst am 14. Juni 2017Pfarrer Benjamin Beck

Normalerweise denkt man an ihn erst in einem halben Jahr – wenn mit den Kindern die Prozessionen rund um seinen Festtag geplant werden. Und wahrscheinlich hätte ich im Juni 2017 auch nicht an ihn gedacht, wenn nicht für die Tage nach Pfingsten die Pfarrwallfahrt unserer Pfarreiengemeinschaft zu seinem Grab geplant gewesen wäre. Irgendwie war der Besuch dort ein „Muss“, nachdem drei unserer Kirchen nach ihm benannt sind und doch im letzten Jahr ein Jubiläumsjahr anlässlich seines 1700. Geburtstages gefeiert wurde.

Erkannt? – St. Martin!

Angekommen an seinem Grab in Tours wurde uns dann aber schnell klar, dass der Zeitpunkt für unsere Visite in seiner Bischofsstadt sehr passend war – war dieser Heilige doch ein durch und durch vom Heiligen Geist erfüllter Mann, ein wirklich pfingstlicher Heiliger .

In seinem Handeln hat er sich vom Geist Gottes führen lassen – nicht nur beim bekannten Mantelteilen, sondern eben auch bei den großen Lebensentscheidungen. Nach anfänglichem Zögern hat er sich nach dem Schnattern der Gänse und dem Drängen der Menschen einen Ruck gegeben und sich als Bischof ganz dem Heiligen Geist anvertraut.

Der Geist ist es, der die Einheit schafft. Eine Schwester aus dem Kloster neben der Basilika erzählte uns, dass der heilige Martin auch ein wirklich ökumenischer Heiliger ist – geschätzt bei den verschieden Konfessionen. Auch viele evangelische und orthodoxe Christen pilgern zu seinem Grab – war er doch ein vom Geist Gottes erfüllter Mann noch vor den großen Spaltungen der Christenheit. Und im Übrigen, fuhr sie fort, war Tours einmal das größte Pilgerziel in Europa.

Vielleicht haben auch Sie einmal Lust, zum Grab des heiligen Martin zu pilgern. Zumindest im Gebet sollte man immer einmal wieder die Gedanken nach Tours richten:

Heiliger Martin, bitte für uns!

Bild: Grab des Hl. Martins von Tours. commons.wikimedia.org, C0.

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