Gemeinschaftsblog

In unserem Blog erzählen über 20 Blogger/innen aus der Diözese Augsburg und
über die Bistumsgrenzen hinaus, was sie im (Glaubens-) Alltag erleben.

Blogbeiträge

Verfasst am 14. März 2017Liesi zu Stolberg

Das Prinzip ist ganz einfach: Täglich beten wir 15 Minuten – und das Ganze in einem Netzwerk mit 1400 anderen Jugendlichen. Alle beten füreinander und miteinander. Bis jetzt noch nichts Besonderes, das Ungewöhnliche sind die WhatsApp-Gruppen, in denen wir zu einer Gemeinschaft werden. Pro Gruppe haben sich ca. 30 Jugendliche aus einer Stadt gefunden, denen das Gebet ein großes Anliegen ist. Regelmäßige Treffen helfen mir dabei, für die Anderen zu beten, da ich es einfacher finde, für Menschen zu beten, die ich auch kenne. 

Bild: Raphael Schadt.

Die Gebetszeiten sind ganz simpel aufgebaut: Morgens eine kleine Andacht, bestehend aus einem kurzen Gebet der hl. Mirjam von Abellin, einem täglich neuen Impuls, der in die WhatsApp-Gruppe geschickt wird, und über ein persönliches Gebet mündet sie in ein Vaterunser. Das Abendgebet ist ein wunderbares Gebet, in dem man den ganzen Tag in Jesu Hände schenkt. Wir schenken Ihm alles Schöne, aber auch alles Schlechte, was wir erlebt haben.

Einfach gemeinsam beten, das klingt so leicht. Aber ist es das auch? Täglich bekomme ich die Impulse auf mein Handy geschickt, es wäre ein Leichtes, sich hinzusetzen, diese anzuhören und anschließend eine Gebetszeit zu starten. Leider schaut es oft ganz anders aus: Ich wache viel zu spät auf, habe einen riesigen Stress, pünktlich fertig zu sein, sehe die Sprachnachricht und denke mir: „Hm, das mache ich später.“ Doch dann holt mich der Alltag ein, und den Impuls habe ich total aus den Augen verloren.
„Einfach Gemeinsam BETEN“ wirkt so einfach, aber für mich ist es in der Tat gar nicht so einfach. Dennoch höre ich mir oft die Impulse an einem Stück an und bin jedes Mal wieder beeindruckt von der Qualität des Gesagten.

Ich denke, dass man „Einfach Gemeinsam BETEN“ einüben muss, wie das Zähneputzen am Morgen. Fürs Zähneputzen stehe ich ja auch rechtzeitig auf. Für die Fastenzeit habe ich mir ganz fest vorgenommen, 40 Tage lang jeden Tag anhand dieser Impulse zu beten. Ich bin mir sicher, dass das mich verändern und sich sicherlich auch auf meine ganz persönlichen Gebetszeiten auswirken wird. Eine Fastenzeit ist ja nicht nur dafür da, dass man 40 Tage etwas tut oder lässt – Nein, sie ist dafür da, gewisse Haltungen einzuüben. Ich glaube fest daran, dass ich über „Einfach Gemeinsam BETEN“ eine ganz besondere Haltung im Gebet erlernen und einüben kann.