Gemeinschaftsblog

In unserem Blog erzählen über 20 Blogger/innen aus der Diözese Augsburg und
über die Bistumsgrenzen hinaus, was sie im (Glaubens-) Alltag erleben.

Blogbeiträge

Verfasst am 01. März 2017Constantin & Marie-Sophie Maasburg

Für einen neuen Aufbruch in Europa

Wer in einer katholischen Familie aufwächst, dem ist Fasten ein Begriff. Es gibt Fastenzeiten, Fastentage, Fasten ist verbunden mit Verzicht und der Vorbereitung auf große kirchliche Feiertage wie Ostern. Als Kinder durften wir in der Fastenzeit nichts Süßes essen. Irgendwie haben wir für Gott drauf verzichtet, aber verstanden haben wir das nicht. Fasten hatte was mit Opfer zu tun und auch damit, sich auf das „Danach“ zu freuen. Später im Leben habe ich dann oft Heilfasten gemacht – in einer Woche mit lauter Frauen. Fasten und Beten für die Familien. Da hat das Ganze schon etwas mehr Gesicht bekommen bzw. wurde mit Inhalten gefüllt. Es waren immer tolle Wochen, auch geistig intensiv, obgleich ein großer Schwerpunkt auf dem Endresultat auf der Waage lag.

Vor einigen Wochen habe ich erstmals für eine Freundin, die sehr krank ist, zwölf Tage gefastet. Allein aus dem Grund, weil ich gespürt habe, dass ich das machen soll, und glaube, dass es einen Unterschied macht, auch wenn man es nicht sieht. Das war eine ganz und gar neue Erfahrung für mich. Da der Gedanke des Fastens sich mir im Gebet quasi aufdrängte, habe ich Jesus gleich zu Anfang gesagt, dass ich will, dass es leicht wird. Ich hatte einen ziemlichen Respekt vor dem Fasten, weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass gerade die ersten Tage körperlich sehr anstrengend sind. Es ist mir nicht nur leicht gefallen – neben Haushalt, Kindern und Kochen, was ich durchaus so nicht erwartet hatte – sondern ist von einer tiefen Freude begleitet gewesen. Zum ersten Mal konnte ich erleben, wie das geht: Fasten mit gesalbtem Haar und fröhlichem Gesicht. (vgl. Mt 6,16-18)

Warum erzähle ich das alles? Als wir zum ersten Mal ins Gebetshaus kamen, kam uns eine starke Euphorie für eine Vision und eine damit verbundene Fastenaktion mit dem Titel „Europe shall be saved“ entgegen. Damals hat das meinem Mann und mir nichts gesagt, aber seit wir unsere Zeit im Gebetshaus begonnen haben, hat sich uns auch erschlossen, was dahintersteht. Es ist die Vision, dass in den nächsten zehn Jahren 100 Millionen Menschen in Europa Christus als ihren Retter erkennen und annehmen und Europa eine Tiefe geistliche Erneuerung erfahren soll. Und diese Vision beginnt mit einer Fastenzeit. Es werden 10.000 Menschen gesucht, die ab dem ersten März für 40 Tage in eine Zeit des Fastens und Betens gehen, um dort einen neuen Aufbruch des Glaubens für Europa vorzubereiten. (Dazu ein inspirierender Vortrag von Johannes Hartl).

Meinen Mann und mich beschäftigt das Thema Fasten schon eine ganze Weile, und nachdem mein Mann beim letzten Vortragsabend im Gebetshaus war, kam er nach Hause und meinte: „Ich will versuchen, 40 Tage zu fasten." Ich sagte: „Wie soll das gehen im Alltag mit Kindern und Familie?" Also haben wir ausführlicher darüber gesprochen. Und uns ist bewusst geworden, dass es auf die Herzenshaltung ankommt und dass viele zu diesem Fasten gerufen sind, aber nicht jeder auf die gleiche Weise. Gott sieht das Herz. Ich habe erfahren, was passiert, wenn man sich leer macht und Gott diesen Raum hinhält. Und ich glaube, dass 40 Tage Fasten einen neuen Raum eröffnet. Und den Raum, den man leerräumt, kann Er einnehmen. Das ist gewiss, und das ist Gnade.

So starten wir am Aschermittwoch in die Fastenzeit – gemeinsam mit Millionen Katholiken weltweit, aber für uns mit besonderer Entschlossenheit und der Erwartung, dass wir Großes erleben werden und dass unsere Hoffnung in Christus gegründet ist. Mein Mann geht für die 40 Tage Wasser. Ich werde zwei kürzere Episoden mit Wasser, Saft und Brühe machen, um noch kindertauglich zu bleiben. Wir sind gespannt und auch bisschen aufgeregt, wie das werden wird. Aber davon sind wir jetzt schon überzeugt: – es wird etwas bewegen.

In Philipper 2,13 steht geschrieben: „Denn Gott ist es, der in euch das Wollen und das Vollbringen bewirkt, noch über euren guten Willen hinaus.“ Wir stellen uns unter diese Zusage. Gott hat bereits das Wollen in uns bewirkt. Jetzt vertrauen wir darauf, dass er auch das Vollbringen bewirkt. Und was toll ist: über unseren guten Willen hinaus …
Wir werden berichten, wies läuft.
Seid gesegnet!